Der norwegische Diplomat Geir Pedersen ist zum neuen UN-Sondergesandten für Syrien ernannt worden. Der 63-Jährige werde seine Arbeit Ende November aufnehmen, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen. Pedersen tritt damit die Nachfolge des Sondergesandten Staffan de Mistura an, der Mitte Oktober seinen Rücktritt angekündigt hatte. De Mistura hatte mehr als vier Jahre erfolglos versucht, im Syrien-Konflikt zu vermitteln.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte zuvor in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat geschrieben, er wolle Pedersen zum Nachfolger de Misturas ernennen. Pedersen ist derzeit Norwegens Botschafter in China und war von 2012 bis 2017 der Vertreter des skandinavischen Landes bei den Vereinten Nationen. Zuvor war er unter anderem als UN-Gesandter für den Libanon tätig. In den Neunzigerjahren war der Diplomat an den Verhandlungen zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) beteiligt, die 1993 zum Friedensvertrag von Oslo führten.

Pedersen wird der vierte UN-Sondergesandte für Syrien. Vor de Mistura hatten bereits der ehemalige algerische Außenminister Lakhdar Brahimi und der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan nach Lösungen für den syrischen Bürgerkrieg gesucht. Dieser begann 2011. In dem Konflikt wurden mehr als 360.000 Menschen getötet, Millionen Syrerinnen und Syrer wurden in die Flucht getrieben.