Im Ringen um eine Neuauflage des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta ist den USA und Kanada ein Durchbruch gelungen. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, die USA, Kanada und Mexiko einigten sich auf eine Neufassung und Umbenennung des Abkommens. Die neue Handelsvereinbarung soll USA-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) heißen und das fast 25 Jahre alte Nafta ersetzen. Das Dreiländerabkommen werde demnach zu "freieren Märkten, fairerem Handel und kräftigem Wirtschaftswachstum in unserer Region" führen.

"Es ist ein guter Tag für Kanada", sagte der kanadische Premierminister Justin Trudeau nach einer Kabinettssitzung am späten Sonntagabend. Weitere Informationen wolle er am Montag nennen. Laut Vereinbarung sollen 2,6 Millionen Autos von Zöllen ausgenommen werden. Die von den USA erhobenen Abgaben auf Stahl und Aluminium bleiben aber zunächst in Kraft.

Bei Milch- und Molkereiprodukten kam Kanada den USA entgegen und gewährte einen deutlich besseren Zugang zum kanadischen Milchmarkt. Wie zwei mit den Verhandlungen vertraute Kanadier sagten, sei die Regierung bereit, besonders betroffenen Bauern unter die Arme zu greifen.

Die US-Regierung hatte eine Frist bis Mitternacht (6 Uhr MESZ) gesetzt, um die Verhandlungen abzuschließen. Kanadas Regierungschef Justin Trudeau hatte deshalb kurz vor Auslaufen dieser Frist eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts angesetzt.

Die USA und Mexiko hatten sich bereits im August auf eine Neufassung des Dreiländerfreihandelsabkommens Nafta verständigt. US-Präsident Donald Trump deutete an, dass Kanada künftig von Nafta ausgeschlossen werden könnte, falls bis zum Auslaufen der Frist in der Nacht zu Montag keine Einigung zustande komme.

Die Gespräche über eine Neuauflage des Freihandelsabkommens laufen schon seit über einem Jahr und gerieten in den vergangenen Monaten wiederholt ins Stocken. Trump sieht die USA durch das bisherige Nafta-Abkommen erheblich benachteiligt.

Das Nafta-Abkommen war 1994 unter den drei Ländern abgeschlossen worden und regelt eine der größten Freihandelszonen der Welt. Es betrifft fast 500 Millionen Menschen und deckt ein Gebiet mit einer Wirtschaftsleistung von knapp 23 Billionen Dollar (19,79 Billionen Euro) ab. Das Handelsvolumen der USA mit den beiden Nachbarstaaten hat sich seit 1994 auf 1,3 Billionen Dollar fast vervierfacht.