Der Gouverneur der Stadt Daressalam, der größten Stadt Tansanias, hat eine Liste von 200 angeblich homosexuellen Menschen erstellt, denen er nun mit strafrechtlicher Verfolgung droht. "Ich weiß, dass diese Aktion einigen Ländern nicht gefallen wird", sagte der Gouverneur, Paul Makonda. Doch er könne sich nicht zurücklehnen und Menschen erlauben, sich "falsch zu verhalten", nur weil einige Länder "diese Art von Verhalten billigen". Homosexualität ist in Tansania verboten, bei einer Verurteilung drohen bis zu 30 Jahre Haft.

Makonda hatte die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Namen angeblich homosexueller Menschen einzureichen. Er habe bislang 19.000 Namen erhalten, sagte er. Daraus habe er die Liste der 200 Menschen erstellt. Wenn sich ihre Homosexualität beweisen lasse, würden sie angeklagt.

Die Liste ist ein weiterer Schritt in seit Jahren andauernden Repressionen gegen nicht heterosexuelle Menschen in Tansania. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch drohen Politikerinnen und Politiker in dem Land seit 2016 Homosexuellen mit Haft. Außerdem hat die Regierung wasserbasiertes Gleitgel verboten und Zentren geschlossen, die gesundheitliche Beratung und Hilfe für Homosexuelle und Sexarbeiterinnen und -arbeiter anbieten. Seit Jahren würden Menschen wegen ihrer Sexualität verhaftet und erzwungenen Untersuchungen am After ausgesetzt, kritisieren die Menschenrechtler. Der Präsident Tansanias, John Magufuli, sagte im Juli 2016, "selbst Kühe lehnen Homosexualität ab".

Homosexualität ist in vielen Ländern Afrikas verboten, sowohl in christlich als auch in muslimisch geprägten. In vielen dieser Länder werden Homosexuelle verfolgt.