Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Saudi-Arabien zur raschen Aufklärung des Tathergangs im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi aufgefordert. Dies müsse zudem transparent und glaubhaft erfolgen, verlangte Merkel nach Angaben der Bundesregierung in einem Telefonat mit dem saudischen König Salman. Die Kanzlerin verurteilte demnach die Tötung Khashoggis "aufs Schärfste".  

Unterdessen hat Kashoggis Sohn Saudi-Arabien mittlerweile verlassen. Der Sender CNN und die NGO Human Rights Watch berichteten, dass er nach Aufhebung seiner Ausreisesperre in den USA angekommen sei. Salah bin Jamal Khashoggi hat sowohl die saudische Staatsbürgerschaft als auch die der USA. 

Das US-Außenministerium hat die Ausreise des Sohnes begrüßt. Chefdiplomat Mike Pompeo habe sich bei seinem jüngsten Besuch dafür eingesetzt, sagte Außenamtssprecher Robert Palladino.

Der saudische Regierungskritiker Khashoggi war Anfang Oktober in das Konsulat des Königreichs in Istanbul gegangen, um dort Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen. Danach verschwand er. Saudi-Arabien behauptete zunächst, nichts über Khashoggis Verbleib zu wissen.

Nach massivem internationalen Druck erklärte Riad dann zunächst, er sei im Konsulat versehentlich bei einer Schlägerei getötet worden. Am Donnerstag folgte erneut eine Kehrtwende: Die Verdächtigen in dem Fall hätten mit Vorsatz gehandelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Königreichs mit. Das legten Informationen nahe, die von den türkischen Ermittlern stammten. Die saudischen Behörden hatten 18 Verdächtige festgenommen.