Wegen der Wirtschaftskrise im kriegszerrütteten Jemen hat Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi seinen Regierungschef Ahmed bin Dagher entlassen. Das berichtete die jemenitische Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf einen Erlass des Präsidenten. Gegen den Ministerpräsidenten werde darüber hinaus ermittelt, weil die Regierung Wirtschaft und Dienstleistungen vernachlässigt habe. Zum neuen Ministerpräsidenten wurde Maeen Abdul Malek ernannt, der bislang für Öffentlichkeitsarbeit zuständig war.

Die wirtschaftliche Lage in dem Land verschlechtert sich immer weiter, darum war bei Protesten der Rücktritt der Regierung gefordert worden. Der Bürgerkrieg im Jemen begann vor vier Jahren, als aufständische Huthi weite Teile des Landes überrannten. Das Nachbarland Saudi-Arabien ist mit der Regierung verbündet und bombardiert gemeinsam mit einer Koalition Stellungen der vom Iran unterstützten Huthi.

Die Vereinten Nationen sprechen von der schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt. Mehr als 28.000 Menschen sind nach UN-Schätzungen umgekommen, davon rund 10.000 Zivilisten, die im Bombenhagel starben.

Das Welternährungsprogramm der UN warnte vor einer Zunahme der Hungersnot. Sollte sich die Lage in Jemen nicht ändern, könne die Zahl der vom Hunger bedrohten Menschen um weitere 3,5 Millionen auf zwölf Millionen anwachsen, sagte der Sprecher der Organisation, Herve Verhoosel. In dem ärmsten Land auf der arabischen Halbinsel leben rund 30 Millionen Menschen.