Der griechische Außenminister Nikos Kotzias hat seinen Rücktritt erklärt. Das Büro des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras teilte mit, dass die Entscheidung angenommen wurde. Das Außenministerium übernehme nun Tsipras selbst.

Am Dienstag hatte sich Kotzias heftig mit dem rechtspopulistischen Verteidigungsminister Panos Kammenos wegen der Vereinbarung um den Namen des Nachbarlandes Mazedonien gestritten. Kotzias war griechischer Chefunterhändler bei den Verhandlungen zur Beilegung des seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts. Kammenos vom kleineren Koalitionspartner, der rechtspopulistischen Partei Unabhängige Griechen (Anel), lehnt die Umbenennung in Republik Nordmazedonien ab. Kotzias trat zurück, weil er nicht genügend Unterstützung von Tsipras bekommen habe, berichteten griechische Medien.

Kammenos bekräftigte im Ministerrat seinen Widerstand gegen die Bezeichnung. Allerdings wolle er die Regierung über dem Namensstreit nicht zerbrechen lassen. Tsipras' Koalition verfügt im griechischen Parlament nur über eine knappe Mehrheit.

Bei einem nichtbindenden Referendum Ende September hatten mehr als 90 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Mazedonien für die Umbenennung gestimmt, allerdings nahm nur ein Drittel der Stimmberechtigten teil. Griechenland befürchtet, der Nachbarstaat könnte mit der Landesbezeichnung Mazedonien Ansprüche auf die nordgriechische Provinz Makedonien erheben. Wegen des Konflikts blockiert es bislang eine Aufnahme der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik in die EU und die Nato.