Migration - Flüchtlinge überwinden Grenze zwischen Guatemala und Mexiko Flüchtlinge aus Mittelamerika haben auf dem Weg in die USA die Grenze zu Mexiko überquert. US-Präsident Donald Trump drohte mit einem Militäreinsatz an der US-Grenze. © Foto: Oliver De Ros/AP/dpa

Auf ihrem angestrebten Weg in die USA haben Flüchtlinge aus Mittelamerika an der guatemaltekischen Grenze zu Mexiko einen Zaun überwunden und die Grenze überquert. Die zunächst chaotische Situation sei unter Kontrolle, erklärte der Chef der mexikanischen Bundespolizei, Manelich Castilla. Das Ziel, Gewalt an der Grenze zu vermeiden, sei erreicht worden.

Die mexikanischen Behörden begannen nach eigenen Angaben, Flüchtlinge in Migrationszentren zu bringen. Dutzende Frauen und Kinder seien in Bussen in Unterkünfte gebracht worden, wo sie bleiben, bis ihre Papiere geprüft sind, teilte die Migrationsbehörde des Landes mit. Einige Migranten versuchten, die mexikanische Seite auf illegalem Weg zu erreichen. Sie sprangen von der Rodolfo-Robles-Grenzbrücke, um durch den Fluss Suchiate zu schwimmen.

Zuvor hatten sich an der Grenze in der Nähe der guatemaltekischen Stadt Tecún Umán tumultartige Szenen abgespielt. Lokale Medien berichteten vom Einsatz von Tränengas. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sich eine große Menschenmenge durch ein Tor an einem Grenzposten drückte. Unter ihnen waren auch viele Frauen und Kinder. Es erschallten Rufe wie "Ja, wir können!" und "Mexiko! Mexiko!". Vereinzelt wurden aus der Menge Steine und andere Gegenstände auf die Sicherheitskräfte geworfen, dabei wurden einige Polizisten verletzt. Mehrere Migranten erlitten in dem Gedränge Schwächeanfälle.

Einige kletterten über die Grenzzäune. Wie viele Menschen die Grenze insgesamt überquerten, war zunächst nicht klar. Es wurde geschätzt, dass rund 5.000 Migranten an die Grenze gelangt waren. Die meisten kommen aus Honduras, einige auch aus Guatemala und El Salvador. Die Menschen aus Mittelamerika benötigen formal ein Visum, um nach Mexiko zu gelangen. Ein solches dürften aber die wenigsten von ihnen haben. Eine weitere Möglichkeit wäre das Beantragen von Asyl – dieser Prozess kann aber bis zu drei Monate in Anspruch nehmen.

Derweil forderte US-Präsident Donald Trump die Menschen zur Rückkehr auf. "Sie kommen nicht in dieses Land, sie können genauso gut umdrehen", sagte er während eines Auftritts in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona. Der US-Präsident unterstellte, bei vielen der Migranten handele es sich um Straftäter. "Eine ziemlich große Prozentzahl dieser Menschen ist kriminell", sagte Trump, ohne Beweise dafür anzuführen. Auf die entsprechende Frage einer Reporterin antwortete der Präsident: "Bitte seien Sie kein Baby." Er fügte hinzu: "Das sind abgehärtete Kriminelle. Das sind harte, harte Menschen. Und ich will sie nicht in unserem Land haben."

Trump dankte Mexiko für die Versuche, die Migranten zu stoppen. "Wenn das nicht funktioniert, dann setzen wir das Militär ein", sagte er. Bereits am Donnerstag hatte Trump von einem "Angriff auf unser Land" gesprochen und mit dem US-Militär gedroht, "um unsere Südgrenze zu schließen". Im April hatte Trump die Nationalgarde – die zur Reserve der US-Streitkräfte gehört – an die mexikanische Grenze geschickt. Diesmal aber, so betonte es Trump, werde er nicht die Nationalgarde, sondern die regulären Streitkräfte rufen. Ob das rechtmäßig wäre, ist unklar. Ein Bundesgesetz verbietet es den US-Streitkräften, als Polizeigewalt in den USA Recht und Gesetz durchzusetzen.