Die Wahl des skandinavischen Landes dürfte jedoch kein Zufall sein, denn Russland ist militärisch auch im Ostseeraum unterwegs. Zudem rüstet es seine Armee im hohen Norden auf. Zuletzt wurden dort Militärbasen errichtet oder modernisiert, Radar- und Luftabwehranlagen installiert. Die Nordflotte ist das Rückgrat der russischen Marine. Sie soll bis Ende 2018 fünf neue Kriegsschiffe, fünf Versorger und 15 Flugzeuge bekommen.

Zudem wurde in der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter ein gemeinsamer Beitrag mehrerer Verteidigungs- und Außenminister nordischer Länder veröffentlicht. "Wir leben in unvorhersehbaren und unsicheren Zeiten", heißt es in dem Artikel. Außerdem habe Russland die Bereitschaft und Fähigkeit gezeigt, militärische Gewalt einzusetzen, um strategische Ziele zu erreichen.

Wie reagiert Russland auf das Nato-Manöver?

Russland sagt, das Manöver sei eine Provokation. "Die militärischen Aktivitäten der Nato in der Nähe unserer Grenzen haben das höchste Niveau seit den Zeiten des Kalten Krieges erreicht", sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Moskau könne gezwungen sein, auf die gesteigerten Nato-Aktivitäten in der Nähe seiner westlichen Grenze zu reagieren. Dass die ehemaligen Sowjetrepubliken des Baltikums nun zur Nato gehören, ist aus Sicht Moskaus eine Bedrohung. Estland und Lettland grenzen direkt an Russland, die russische Enklave Kaliningrad ist umgeben von Polen und Litauen. Russland wurde von der Nato über das Manöver informiert und eingeladen, die Übung zu beobachten.

Mit Material von AFP und dpa