US-Präsident Donald Trump hat unter Protesten von Demonstranten der Synagoge in Pittsburgh einen Besuch abgestattet, die am vergangenen Samstag Ziel eines tödlichen Anschlags wurde. Bei dem Attentat starben elf Menschen, sechs weitere wurden verletzt. Bei dem Kondolenzbesuch wurde Trump von seiner Ehefrau Melania sowie seine Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner begleitet, die beide jüdisch-orthodoxen Glaubens sind.

Mehr als tausend Menschen hatten sich zu einem Protest nahe der Lebensbaum-Synagoge versammelt. Teilnehmer warfen Trump vor, die rechtsextreme Szene zu hofieren. Auf Transparenten, die einige von ihnen hochhielten, standen Sätze wie "Trump, schwöre dem weißen Nationalismus ab!" oder "Trump: Lügen töten" zu lesen. Kritiker werfen Trump vor, dass dieser mit seiner harschen Rhetorik für Gewalttaten wie die auf die Synagoge mitverantwortlich sei.

Bereits kurz nach dem Anschlag hatten jüdische Vertreter aus Pittsburgh geäußert, dass sie einen Besuch des Präsidenten ablehnten. "Präsident Trump, Sie sind in Pittsburgh nicht willkommen, bis sie den weißen Nationalismus umfassend verurteilen", hieß es in einem offenen Brief. Die Unterzeichner schrieben, der Anschlag auf die Synagoge sei eine "direkte Zuspitzung" von Trumps "Einfluss".

Auch der Gouverneur von Pennsylvania, Tom Wolf, und der Bürgermeister von Pittsburgh, Bill Peduto, beide Demokraten, kündigten im Vorfeld an, sie würden Trump bei dessen Besuch nicht treffen. Der Rabbi der Lebensbaum-Synagoge, Jeffrey Myers, jedoch sagte, der Präsident sei willkommen.

Der Angriff auf das Gotteshaus war von dem 46-jährigen Robert Bowers mit einem Sturmgewehr und drei Handfeuerwaffen verübt worden. Zwanzig Minuten war er in dem Gebäude, bevor die Polizei ihn überwältigen konnte. Bowers wurde angeschossen und musste operiert werden, überlebte aber und konnte das Krankenhaus verlassen. Am Montag erschien er erstmals vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft, die am Donnerstag zu Wort kommen soll, fordert die Todesstrafe für ihn.