Die US-Bundespolizei FBI geht einer möglichen Verleumdungskampagne gegen den Sonderermittler Robert Mueller nach, der die Russland-Kontakte des früheren Wahlkampfteams von Präsident Donald Trump untersucht. Frauen sei womöglich Geld dafür angeboten worden, falsche Anschuldigungen sexueller Übergriffe gegen den Sonderermittler zu erheben, teilte Muellers Sprecher Peter Carr mit. Als das Büro des Ermittlers von den Anschuldigungen erfahren habe, habe es die Angelegenheit an die US-Bundespolizei weitergegeben.

Unter anderem das US-Nachrichtenportal Hill Reporter berichtete, eine Frau habe in einer E-Mail an Journalisten berichtet, ein Anrufer mit britischem Akzent habe ihr einen Scheck über 20.000 Dollar und die Bezahlung ihrer Kreditkartenschulden angeboten. Im Gegenzug hätte sie "Anschuldigungen über sexuelles Fehlverhalten und Belästigung am Arbeitsplatz gegen Robert Mueller" erheben sollen. Die Frau soll demnach mit dem heutigen Sonderermittler in den Siebzigerjahren in einer Anwaltsfirma zusammengearbeitet haben. Dem Bericht zufolge gab sie auch an, dass der Anrufer nach seinen eigenen Angaben für den rechtsgerichteten Lobbyisten und Radiomoderator Jack Burkman arbeite.

Das Magazin Atlantic berichtete von einer zweiten Frau, die angegeben haben soll, von derselben Firma kontaktiert worden zu sein. Die Firma habe angegeben, die Vergangenheit Muellers zu untersuchen.

Der frühere FBI-Direktor Mueller untersucht seit Mai vergangenen Jahres im Auftrag des Justizministeriums die mutmaßlichen russischen Cyberinterventionen zugunsten Trumps im Wahlkampf 2016 und auch mögliche diesbezügliche Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam des heutigen US-Präsidenten und Russland. Muellers Ermittlungen haben bislang zu Anklageerhebungen gegen vier frühere Trump-Mitarbeiter und 25 russische Staatsbürger geführt. Die vier früheren Vertrauten Trumps erklärten sich bereit, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.

Trump hat die Ermittlungen immer wieder als Hexenjagd bezeichnet. "Meiner Meinung nach hätte es nie einen Sonderermittler geben dürfen", sagte er am Montagabend dem Sender Fox News. Es handle sich um eine "total illegale Untersuchung".