Die Präsidenten der USA und Russlands erwägen nach Angaben von US-Sicherheitsberater John Bolton für 2019 zwei Gipfeltreffen in den Hauptstädten Washington und Moskau. Darüber wollten Donald Trump und Wladimir Putin bei ihrem kommenden Treffen in Paris im November beraten, sagte Bolton der Nachrichtenagentur Interfax zufolge zum Abschluss seines Besuchs in Moskau.

Bolton war nach Moskau gereist, um über den angedrohten Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag zu sprechen. Der Vertrag aus dem Jahr 1987 verbietet nuklear bestückbare Kurz- und Mittelstreckenraketen. "Das ist die Entscheidung des Präsidenten, ich denke, dass sie sehr klar und eindeutig ist, deshalb informieren wir unsere Verbündeten", sagte Bolton zu Trumps Äußerungen.

Trump hatte unter anderem Russland vorgeworfen, gegen den Vertrag zu verstoßen. Diese Auffassung vertritt auch die Nato. Die USA erfüllten nach Ansicht aller Verbündeten das Abkommen, Russland sei das Problem, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch. "Wir wollen keinen neuen Kalten Krieg und wir wollen kein neues Wettrüsten."

Eine Aufkündigung des INF-Abrüstungsabkommens für Mittelstreckenraketen würde nach Einschätzung von Stoltenberg nicht zu einer neuen atomaren Aufrüstung in Europa führen. "Ich rechne nicht damit, dass Bündnispartner in Reaktion auf den neuen russischen Marschflugkörper mehr Nuklearwaffen in Europa stationieren", sagte der Norweger. Nichtsdestotrotz müssten die Folgen der jüngsten Entwicklungen für die Nato diskutiert werden. Auf Botschafterebene solle es noch in dieser Woche Gespräche geben.