Der jahrelange Bürgerkrieg in Syrien ist noch nicht vorbei, doch schon eine Million geflohene Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen in ihre Häuser in Syrien zurückgekehrt. Dabei handele es sich überwiegend um Binnenflüchtlinge, also Menschen, die aus ihren Heimatorten in andere Teile des Landes geflohen waren, wie UN-Koordinator Ali al-Satari erläuterte. Die syrische Regierung veröffentlichte deutlich höhere Zahlen, ihr zufolge seien es 3,5 Millionen Menschen.

Mehr als 500.000 Menschen sind laut al-Satari nach Ost-Aleppo zurückgekehrt, wo eine Schlacht 2016 die halbe Stadt zerstörte. Nach Al-Rakka seien geschätzt 120.000 Menschen zurückgekommen, obwohl Landminen und andere Sprengkörper dort weiterhin eine Gefahr seien. Nach Zählungen der UN sind weiterhin mehr als fünf Millionen syrische Flüchtlinge in anderen Ländern, zudem gibt es 6,2 Millionen Binnenflüchtlinge.

Al-Satari mahnte syrische Flüchtlinge mit Gedanken an die Rückkehr nach Hause zu Vorsicht: Die Millionen Menschen auf der Flucht müssten genau für sich abwägen, ob dies sicher und möglich sei, sagte der UN-Koordinator. Vor einer Entscheidung sollten die Betroffenen die Umstände vor Ort überprüfen. Ein Flüchtling müsse sich sicher fühlen und zugleich ein Dach sowie die Möglichkeit haben, dort seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sagte al-Satari. Nur dann sei eine Rückkehr ratsam.

Die UN hielten niemanden zurück, sagte al-Satari. Denen, die sich zur Rückkehr entschließen, stünden die UN zur Hilfe bereit: Die Organisation habe bereits 3,4 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe in Syrien erhalten. Nach mehr als sieben Jahren Bürgerkrieg hat die syrische Regierung die meisten Gebiete des Landes zurückerobert.