Die US-Botschafterin bei den UN, Nikki Haley, legt ihr Amt nieder. Laut US-Präsident Donald Trump gibt sie ihren Posten zum Jahresende auf. In einem gemeinsamen Statement mit ihr sagte er, es tue ihm leid, dass er sie verliere. Haley habe einen fantastischen Job gemacht. Sie habe ihm bereits vor einem halben Jahr angekündigt, dass sie nach zwei Jahren Amtszeit aufhören wolle. 

Während ihrer Amtszeit zogen sich die USA aus dem UN-Menschenrechtsrat und der UN-Kultur- und Bildungsorganisation Unesco zurück und stellten die Zahlungen für das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge ein.

Haley sagte, es sei die Ehre ihres Lebens gewesen, diesen Posten bekleidet zu haben. Es sei sehr viel passiert auf internationaler Ebene: Die USA würden nun respektiert, das Land sei wieder stark. Als Erfolge zählte sie Einsparungen bei den Zahlungen an die UN, Abschlüsse internationaler Handelsabkommen, die Bemühungen um nukleare Abrüstung in Nordkorea und die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem auf. 

Keine Pläne für eigene Präsidentschaftskandidatur

Sie plane nicht, 2020 für das Amt des US-Präsidenten anzutreten, sondern werde Trump unterstützen. Beim vergangenen US-Wahlkampf war Haley Trump-Kritikerin gewesen. Der Wahlsieger nominierte sie dennoch als Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, eine Position mit Kabinettsrang. In ihrer Antrittsrede vor der UNO vergangenes Jahr kündigte sie eine Politik der Stärke an. Kürzlich schrieb sie in einem Gastbeitrag für die Washington Post, dass sie nicht immer mit Trump übereinstimme.

Haley wurde als Tochter indischer Einwanderer, die der Religionsgemeinschaft der Sikh angehören, in South Carolina geboren. Sie konvertierte später zum Christentum. 

Vor ihrem Posten bei der UN war die Republikanerin Gouverneurin ihres Heimatstaates – als erste Frau und als erste Frau mit Migrationshintergrund. Größere Bekanntheit erzielte sie nach einem Attentat in Charleston 2015, bei dem ein Weißer in einer Kirche neun Schwarze erschoss. Gegen massive Widerstände ließ sie – als Zeichen gegen den Rassenhass – die Konföderierten-Flagge am Kapitol in Columbia entfernen. Unter diesem Banner hatten einst die Sklavenhalterstaaten im Süden einen Sezessionskrieg (1861-1865) angezettelt, der mit der Abschaffung der Sklaverei endete.