Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stellt den Iran ins Zentrum ihrer neuen Strategie gegen den internationalen Terrorismus. Der schiitisch geprägte Iran sei der bekannteste staatliche Unterstützer und Finanzierer von Terrorismus, sagte Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton bei der Vorlage der Strategie – der ersten, die seit 2011 veröffentlicht wurde. Damals konzentrierte sich die Regierung von Trumps Vorgänger Barack Obama fast ausschließlich auf die sunnitische Extremistengruppe Al-Kaida. Präsident Trump hat die neue Strategie bereits gebilligt.

Die vom Iran unterstützten Extremistengruppen Hisbollah im Libanon sowie die palästinensische Hamas und die Gruppe Islamischer Dschihad seien eine Gefahr für die USA und ihre Interessen, sagte Bolton. Alle drei Gruppen sind Gegner des US-Verbündeten Israel. Gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat", von Teheran unterstützte Extremisten und andere militante Gruppen würden die USA mit militärischen und nichtmilitärischen Mitteln vorgehen, sagte Bolton.

Innerhalb der US-Regierung gilt Bolton als Hardliner gegenüber dem Iran. Er bezeichnete das Land als "Zentralbanker des internationalen Terrorismus". Das US-Finanzministerium habe am Donnerstag etwa Sanktionen verhängt, um die finanzielle Unterstützung der Hisbollah einzudämmen, sagte Bolton. Weitreichende Ziele seien, Extremisten von ihren Unterstützern zu isolieren, die Werkzeuge im Kampf gegen Terrorismus zu modernisieren, die US-Infrastruktur zu schützen und extremistische Rekrutierungsversuche zu unterbinden.

Die neue Strategie sieht außerdem eine größere Lastenteilung unter den Verbündeten der USA und verstärkte Grenzkontrollen vor. Dies ist auf einer Linie mit Trumps America-first-Politik, die das US-Inland in den Vordergrund stellt. "Die Strategie setzt eine größere Bedeutung auf den Schutz der Heimat, die Prävention von Angriffen sowie darauf, die Auswirkungen etwaiger Angriffe zu lindern", sagte Bolton. Er räumte ein, dass im Kampf gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" trotz der jüngsten Erfolge in Syrien und im Irak noch Arbeit zu leisten sei.

Die USA haben trotz der Proteste der EU, Russlands und Chinas das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und neue Sanktionen gegen das Land auf den Weg gebracht. Ab dem 4. November sollen weitere US-Strafmaßnahmen den iranischen Ölsektor treffen. Trump will den Einfluss des Iran in der gesamten Region zurückdrängen.