Bei einem Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand sind laut afghanischen Angaben rund 30 Zivilisten getötet worden. Alle Opfer stammten aus einer Familie, nur eine Person habe verletzt überlebt, sagte der Chef des Provinzrates von Helmand, Attaullah Afghan, am Mittwoch. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder.

Der Gouverneur von Helmand, Mohammad Jasin Chan, erklärte, bei dem Luftschlag seien Taliban-Kämpfer sowie Zivilisten ums Leben gekommen. Der Vorfall solle untersucht werden. 

Laut einer Sprecherin der Nato-Trainingsmission Resolute Support, Debra Richardson, hätten ersten Untersuchungen zufolge afghanische Spezialkräfte und US-Militärberater in der Nacht zum Dienstag eine Operation in dem Gebiet durchgeführt. Dabei seien sie unter Taliban-Beschuss geraten. Diese hätten sich in ein Gebäude zurückgezogen und weiter gefeuert. "In Selbstverteidigung haben die Bodenkräfte einen Luftschlag angefordert", sagte Richardson. Die Bodenkräfte hätten nicht gewusst, dass auch Zivilisten in dem Gebäude seien.

Laut einem Bericht der UN-Mission in Afghanistan (Unama) ist die Zahl der zivilen Opfer durch Luftangriffe bis Ende September um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Demnach kamen in diesem Jahr bereits 313 Zivilisten bei Luftangriffen ums Leben, 336 weitere wurden verletzt. Der Großteil des Anstiegs sei auf vermehrte Luftangriffe der internationalen Kräfte zurückzuführen.

Tote bei Taliban-Angriff

Bei einem Anschlag in Kabul kamen am Mittwoch zudem mindestens zehn Menschen ums Leben, 19 weitere wurden verletzt. Ziel des Anschlages im Osten der Hauptstadt Kabul am Mittwoch war die Sicherheitsfirma G4S, die unter anderem afghanische Soldaten ausbildet.

Ein Selbstmordattentäter habe seine Sprengsätze gezündet, anschließend hätten Aufständische Sicherheitskräfte angegriffen, sagte der Sprecher des afghanischen Innenministeriums. Die radikalislamischen Taliban übernahmen die Verantwortung für den Angriff.