Nach EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat nun auch der frühere finnische Ministerpräsident Alexander Stubb der ungarischen Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán gedroht. Orbán und seine Fidesz-Partei sollten sich zu den Werten der Parteienfamilie bekennen, ansonsten müssten sie die EVP verlassen, sagte Stubb dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

"Für Intoleranz habe ich null Toleranz." Er fügte hinzu: Wie Orbán die Meinungs-, Versammlungs- und Wissenschaftsfreiheit einschränke, sei absolut "inakzeptabel". Stubb kandidiert um den Vorsitz des konservativen Parteienverbunds EVP im Europaparlament, ebenso wie der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber

Die EVP ist zurzeit größte Fraktion im EU-Parlament. Mitte kommender Woche stimmen die Delegierten auf einem Kongress in Helsinki über ihren Spitzenkandidaten für die Europawahl im Mai 2019 ab. Der neue Vorsitzende hat Chancen, Amtsnachfolger von EU-Kommissionschef Juncker zu werden. 

Orbán hatte vor gut zwei Wochen erklärt, er unterstütze Webers Kandidatur. Dieser hatte Orbán in der Vergangenheit häufig gegen Kritiker in Schutz genommen.

Auch verteidigte Stubb Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen die Kritik an ihrer Asylpolitik. "Wer hat denn die Migrationskrise gelöst? Es war Angela Merkel mit dem EU-Türkei-Abkommen. Sie war Teil der Lösung, nicht des Problems", sagte Stubb.