Der diesjährige Asien-Pazifik-Gipfel ist wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China ohne gemeinsame Abschlusserklärung zu Ende gegangen. Die 21 Teilnehmerstaaten konnten sich nicht auf eine Stellungnahme einigen, teilte der Premierminister des Gastgeberlandes Papua-Neuguinea, Peter O'Neill, mit. "Das liegt daran, dass es im Raum zwei große Giganten gibt", sagte er mit Blick auf die USA und China.

Auch mehrere kleinere Teilnehmerländer beklagten, dass ihnen der Konflikt zwischen den Großmächten schon jetzt schade. Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach allgemein von unterschiedlichen Ansichten in Handelsfragen. Laut O'Neill sei außerdem die Reform der Welthandelsorganisation WTO strittig gewesen.

"Ein Handelskrieg ohne Gewinner"

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trumps Stellvertreter Mike Pence der Volksrepublik mit weiteren Strafzöllen in Milliardenhöhe gedroht. China treibe schwächere Staaten mit Krediten gezielt in die Abhängigkeit, sagte er am Rande des Gipfels. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping dementierte den Vorwurf. Er warnte vor einem "Handelskrieg ohne Gewinner".

Die neuen Vorwürfe auf dem Apec-Gipfel kamen überraschend, weil Trump unmittelbar zuvor in Washington noch davon gesprochen hatte, dass China eine Liste mit möglichen Zugeständnissen übermittelt habe. Xi hielt den USA dann jedoch gleich in der ersten Rede "Egoismus" vor.

Beide Staaten haben schon Strafzölle in Milliardenhöhe gegeneinander verhängt. Die Teilnehmerländer hoffen, dass sich der Konflikt bis zum nächsten Gipfel entspannt: Ende November treffen sich die Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) in Argentinien. Dort wird neben Xi dann auch Trump dabei sein.

O'Neill appellierte sowohl an die USA als auch an China, ihren Streit möglichst bald beizulegen. "Natürlich ist die ganze Welt besorgt", sagte der diesjährige Gastgeber. "Das ist eine Situation, in der sich beide Länder zusammensetzen und eine Lösung finden müssen."

In den Apec-Staaten rund um den Pazifik lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung. Der nächste Gipfel findet 2019 in Chile statt.