Beim Asien-Pazifik-Gipfel in Papua-Neuguinea haben sich China und die USA mit gegenseitigen Vorwürfen überzogen. Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hielt den Vereinigten Staaten den Aufbau von neuen Handelsschranken vor. Dies sei zum Scheitern verurteilt. US-Vizepräsident Mike Pence warf der Volksrepublik vor, mit Krediten kleinere Länder in die Abhängigkeit zu treiben.

Chinas Präsident Xi warnte, dass der Handelsstreit mit den USA zu Lasten der gesamten Weltwirtschaft gehe. "Die Geschichte beweist, dass Konfrontation – ob in Form eines Kalten Kriegs, eines echten Kriegs oder eines Handelskriegs – keine Gewinner hervorbringt."

Pence entgegnete, dass sich sein Land "unfaire Handelspraktiken" nicht länger gefallen ließen. Die Regierung in Washington sei zu Zusammenarbeit mit China bereit. Es gelte aber: "Die USA werden ihren Kurs nicht ändern, solange China seinen Kurs nicht ändert." Sein Land habe bereits entschlossene Schritte ergriffen. "Wir haben Zölle erhoben auf chinesische Güter im Wert von 250 Milliarden Dollar, und wir können diese Zahl mehr als verdoppeln."

Mit Blick auf die chinesische Initiative für eine "Neue Seidenstraße" fügte Pence hinzu: "Wir suchen Zusammenarbeit, keine Kontrolle. Wir bieten keine Einbahnstraße an und auch keine Gürtel, die einschnüren." An die kleineren Staaten appellierte er: "Nehmt keine Kredite an, die eure Souveränität gefährden können. Schützt eure Interessen. Erhaltet euch eure Unabhängigkeit. Macht es wie Amerika: immer euer eigenes Land zuerst."

Bei dem Treffen in Papua-Neuguineas Hauptstadt Port Moresby sind alle 21 Mitgliedsländer der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) vertreten. US-Präsident Donald Trump hatte ebenso wie Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin auf eine Anreise verzichtet. In den Apec-Mitgliedsländern rund um den Pazifik lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung. Das diesjährige Gastgeberland, eine ehemalige deutsche und australische Kolonie, ist das ärmste aller Teilnehmer.