Im Streit über den Brexit entzieht die nordirische Partei DUP der britischen Premierministerin Theresa May einem Zeitungsbericht zufolge die Unterstützung. Sollte May nicht abgelöst werden, würde die Zusammenarbeit in der Regierung beendet, berichtete der Daily Telegraph unter Berufung auf das Umfeld von DUP-Chefin Arlene Foster. Die Minderheitsregierung der Tories unter May ist im Parlament von den Stimmen der protestantischen und probritischen DUP abhängig.

May widersprach den Spekulationen. "Wir arbeiten immer noch mit der DUP zusammen", sagte May im britischen LBC Radio. Dort beantwortete sie Telefonanrufe von Hörern.

May steht mit ihrem Brexit-Kurs auch in den eigenen Reihen erheblich unter Druck. Ihr droht ein Misstrauensvotum. Aus Protest gegen die Brexit-Vereinbarung mit der Europäischen Union traten am Donnerstag der für den EU-Ausstieg zuständige Minister Dominic Raab sowie Arbeitsministerin Esther McVey zurück. Es ist offen, ob der Brexit-Vertragsentwurf eine Mehrheit im Parlament findet.

Am Donnerstagabend verteidigte May den Vertragsentwurf. "Ich glaube mit jeder Faser meines Körpers daran, dass der von mir verfolgte Kurs der richtige für mein Land ist", sagte die Premierministerin nach einer hitzigen Debatte im Unterhaus auf einer Pressekonferenz. Der geplante Brexit-Deal sei das bestmögliche Abkommen und "im nationalen Interesse".

Es wird erwartet, dass May möglichst bald einen Nachfolger für den zurückgetretenen Brexit-Minister Raab präsentieren will. Nach Angaben des Senders BBC habe Umweltminister Michael Gove ein Angebot abgelehnt, da May seine Bedingung zu Änderungen des Brexit-Deals zurückgewiesen habe. Die Regierungschefin sagte selbst, sie werde in den kommenden Tagen einen Nachfolger für Raab präsentieren. Mit Gove habe sie lediglich über das Thema Fischerei gesprochen.