Chinas Außenminister Wang Yi hat Kritik an den "Umerziehungslagern" für Uiguren in der chinesischen Provinz Xinjiang zurückgewiesen. "Das sind interne Angelegenheiten Chinas", sagte Wang Yi nach Gesprächen mit Außenminister Heiko Maas (SPD) in Peking. China gehe es in seiner westlichsten Provinz um die "Verhinderung von Terrorismus", die Lager seien eine "Präventionsmaßnahme". Die Uiguren sind ein muslimisches Turkvolk, das im ehemaligen Ostturkestan beheimatet ist.

Maas hatte in seinen Gesprächen mit der chinesischen Führung mehr Transparenz im Konflikt um die Menschenrechte der Uiguren verlangt. Zum Auftakt seines zweitägigen Antrittsbesuchs in Peking sagte der SPD-Politiker: "Mit 'Umerziehungslagern' können wir uns nicht abfinden." Nach offiziell nicht bestätigten Berichten soll bis zu eine Million Uiguren in den Lagern sitzen.

Die chinesische Botschaft in Deutschland hatte dem Bundestag und der Bundesregierung schon kurz vor dem Besuch von Maas eine "eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten und eine grobe Verletzung der Souveränität Chinas" vorgeworfen. Auslöser war eine Debatte, in der Abgeordnete Verstöße gegen die Menschenrechte der Uiguren angeprangert hatten.

Der Volkskongress der Region in Nordwestchina hatte es lokalen Stellen per Gesetz erlaubt, als extremistisch betrachtete Personen ohne Gerichtsverfahren in Trainingszentren "zu erziehen und zu transformieren".