Donald Trump - US-Präsident beschimpft CNN-Reporter

Wegen einer Konfrontation mit US-Präsident Donald Trump hat das Weiße Haus dem CNN-Chefkorrespondenten Jim Acosta die Akkreditierung entzogen. Der Presseausweis für das Weiße Haus sei vorerst ausgesetzt, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders mit. Der Präsident hatte den Journalisten zuvor während einer Pressekonferenz wegen hartnäckiger Nachfragen als "unverschämte, fürchterliche Person" und "Feind des Volkes" bezeichnet.

Acosta hatte Donald Trump zu seinen Verbalattacken auf die zentralamerikanischen Flüchtlinge befragt, die sich derzeit zu Tausenden auf dem Weg in Richtung USA befinden. Auf die Frage des Journalisten, ob er die Flüchtlingstrecks im Wahlkampf bewusst "verteufelt" habe, reagierte Trump zunächst ausweichend.

Als Acosta nachhakte und darauf hinwies, dass man bei den Migranten kaum von einer "Invasion" sprechen könne, fuhr Trump den Journalisten an: "Ehrlich gesagt sollten Sie mich das Land führen lassen. Sie leiten CNN, und wenn Sie gut wären, wären die Einschaltquoten höher." CNN müsse sich schämen, einen Menschen wie Acosta zu beschäftigen. 

Der Journalist ließ sich nicht beirren und bat um eine Stellungnahme zu den Russland-Ermittlungen. Trump rief Acosta daraufhin zu: "Das reicht, geben Sie das Mikrofon ab", was der Journalist aber nicht tat. Eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses versuchte dann, ihm das Mikrofon wegzunehmen. Regierungssprecherin Sanders sagte anschließend, es sei "absolut unakzeptabel", dass Acosta die Mitarbeiterin berührt habe. 

"Verstörend unamerikanisch"

Auf Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie die Frau sich neben Acosta stellte, der  gestikulierte. Dann senkte er einen Arm, der auf den der Mitarbeiterin fiel. Im Nachhinein entschuldigte sich Acosta bei ihr. Als Reaktion auf Sanders' Erklärung schrieb Acosta auf Twitter, es sei eine Lüge, dass er seine Hände auf die Frau gelegt habe. 

Der Reporter Jim Acosta gilt als eines der präsentesten Mitglieder des Pressekorps, der Trumps Politik begleitet. Der CNN-Chefkorrespondent für das Weiße Haus war bereits auf Trumps Wahlkampfkundgebungen mehrfach zum Ziel verbaler Angriffe geworden. Vor fast zwei Jahren – noch vor seiner Amtseinführung – war Donald Trump in New York mit Acosta aneinandergeraten, weil ihm dessen Fragen nicht gefallen hatten. Damals hatte er ihm vorgeworfen: "Sie sind Fake-News" – und gedroht, Acosta aus dem Raum werfen zu lassen.

Der Sender CNN verurteilte die Äußerungen Trumps. "Die andauernden Angriffe des Präsidenten auf die Presse sind deutlich zu weit gegangen", heißt es in einem Statement. "Sie sind nicht nur gefährlich, sie sind verstörend unamerikanisch." Trump habe zwar einen Eid auf die in der US-Verfassung festgeschriebene Pressefreiheit geleistet und sei somit zu deren Schutz verpflichtet, er habe aber wiederholt deutlich gemacht, dass er für die Pressefreiheit keinerlei Respekt übrighabe. "Wir stehen hinter Jim Acosta und seinen Kollegen", heißt es in der Antwort der Firmenleitung auf den Streit Trumps mit dem Reporter.

Der Verband der im Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten (WHCA) hat den Entzug der Akkreditierung für Acosta als "schwach und fehlgeleitet" kritisiert. Den Zugang zum Weißen Haus zu widerrufen, stehe in keinem Verhältnis zu dem angeblichen Vergehen und sei nicht akzeptabel, heißt es in der Erklärung. Der WHCA forderte das Weiße Haus auf, die Entscheidung rückgängig zu machen. 

Für Aufsehen sorgte während der Pressekonferenz auch Trumps Vorwurf an die Reporterin Yamiche Alcindor des Senders PBS, sie habe ihm eine rassistische Frage gestellt. Sie hatte ihn in Bezug auf seinen Wahlkampf, in dem er sich selbst als Nationalisten bezeichnet hatte, gefragt, was er zu Behauptungen sage, dass die Republikaner wegen der Rhetorik des Präsidenten weiße Nationalisten unterstützten.