Österreich will Fahrerinnen und Fahrern von Elektroautos künftig einen besonderen Vorzug einräumen: Statt Tempo 100 dürfen Elektrofahrzeuge auf vielen Straßen in Österreich in Zukunft Tempo 130 fahren. Diese Regel sei für Streckenabschnitte vorgesehen, die durch besonders abgasbelastete Gebiete in Österreich führen, teilte das zuständige Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) mit.

Das neue Gesetz betrifft Strecken von insgesamt 440 Kilometer Länge, etwa 20 Prozent des österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetzes. Dort gilt aus Luftschutzgründen permanent oder häufig eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 Stundenkilometern für Autos mit Verbrennungsmotor. Das generelle Tempolimit auf Autobahnen in Österreich beträgt 130 Stundenkilometer.

"Elektrofahrzeuge sind im Betrieb generell emissionsfrei", erklärt das Ministerium die Ausnahme im Immissionsschutzgesetz. Das Gesetz soll Menschen vor Luftschadstoffen wie Stickoxiden, Feinstaub und Schwefeldioxid schützen. Diese entstehen, wenn ein Automotor Benzin oder Diesel verbrennt.

Das Ziel: bis 2050 ein CO2-neutraler Verkehrssektor

"Wir wollen mit unseren Vorhaben die Menschen davon überzeugen, dass es sich in mehrfacher Hinsicht auszahlt, auf ein E-Fahrzeug zu wechseln", sagt die Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger von der konservativen Partei ÖVP. Mit dem E-Mobilitätspaket sollen Anreize für die Nutzung von Elektromobilität gesetzt werden. In einem nächsten Schritt sollen Busspuren für E-Autos geöffnet sowie Parken für Elektroautos kostenlos werden.

Österreich will mehr Elektroautos auf die Straßen bringen, um seine Klimaschutzziele zu erreichen. Bis zum Jahr 2030 sollen dort 36 Prozent weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden als 2005. Bis 2050 soll der Verkehrssektor weitgehend CO2-neutral sein.