Europawahl - Manfred Weber wird Spitzenkandidat der Konservativen Der CSU-Politiker hat sich mit fast 80 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Damit hat er gute Chancen, auch Präsident der EU-Kommission zu werden. © Foto: Markku Ulander/ Lehtikuva/Reuters

CSU-Vize Manfred Weber ist zum Spitzenkandidaten der konservativen europäischen Parteienfamilie EVP für die Europawahl gewählt worden. Auf dem EVP-Kongress in Helsinki setzte er sich mit 79 Prozent der Stimmen gegen seinen finnischen Konkurrenten Alexander Stubb durch.

Der 46-jährige Weber führt seit 2014 die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament. Zudem ist er stellvertretender CSU-Vorsitzender. Die CSU-Spitze hatte in der Vergangenheit bisweilen kritische Töne gegenüber EU-Institutionen angeschlagen. Weber gilt dagegen als überzeugter EU-Politiker. 

Nach jetzigen Prognosen dürfte die EVP auch nach der Europawahl im Mai stärkste Fraktion werden. Damit kann sie Anspruch auf den Posten des Kommissionspräsidenten erheben. Dieser Posten ist Webers erklärtes Ziel. 

Beim EVP-Kongress in Helsinki stimmen die 730 Delegierten geheim ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt in ihrer Eigenschaft als CDU-Chefin an dem Parteitreffen in der finnischen Hauptstadt teil.  

CSU-Chef Horst Seehofer hatte zuvor für Weber geworben. Weber stehe in der "Traditionslinie der großen Europäer in der CSU", sagte Seehofer auf dem Kongress. "Er hat eine ganz besondere Gabe: Er kann mit seiner Begeisterung für Europa auch andere überzeugen und begeistern." Die Europäische Union sei das "genialste Projekt der Nachkriegsgeschichte", doch müsse sie wieder bürgernäher werden, meinte Seehofer. "Wenn wir das wollen, dann brauchen wir Politiker wie Manfred Weber, einen echten Brückenbauer." Er lobte seinen Stellvertreter an der Parteispitze, er sei loyal, leiste sich aber auch den "Luxus einer eigenen Meinung". Weber ist auch als Kandidat für den CSU-Vorsitz nach einem Rückzug Seehofers im Gespräch.