Sechs Menschen sind in Frankreich wegen angeblicher Anschlagspläne auf Präsident Emmanuel Macron festgenommen worden. Die Verdächtigen seien am Dienstagmorgen vom Inlandsgeheimdienst DGSI in unterschiedlichen Regionen des Landes ergriffen worden, bestätigten Justizkreise Berichte mehrerer französischer Medien. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete demnach Antiterrorermittlungen ein. 

Aus Ermittlerkreisen hieß es, dass sich die Untersuchungen auf eine mögliche gewalttätige Aktion gegen den französischen Präsidenten richteten. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, soll es sich bei den Verdächtigen um Personen aus dem "ultrarechten" Spektrum handeln.

Was genau die Festgenommenen planten, ist nicht bekannt. "Die Ermittlungen betreffen einen zu diesem Zeitpunkt noch unklaren und wenig definierten Plan für eine gewalttätige Aktion", hieß es von den Ermittlern. Antiterrorkräfte hätten die Verdächtigen in den Départements Isère im Süden des Landes, Ille-et-Vilaine im Nordwesten und Moselle im Nordosten festgenommen.

Im Oktober dieses Jahres wurden Terrorermittlungen gegen acht Verdächtige eröffnet, nachdem eine rechtsextreme Gruppe geplant hatte, Anschläge auf Politiker zu verüben. Ob es einen Zusammenhang zwischen dieser Gruppe und den aktuellen Festnahmen gibt, wurde nicht mitgeteilt.

Macron wiederholt Forderung nach europäischer Armee

Bereits vor Bekanntwerden der Festnahmen hatte Macron in einem Interview seine Forderung wiederholt, Europa müsse eine eigene Armee aufstellen. Die Europäer dürften sich bei ihrer Sicherheit nicht nur auf die USA verlassen und müssten sich gegenüber Russland militärisch wappnen. Er glaube an ein souveränes und starkes Europa, sagte Macron dem Radiosender Europe 1.

"Man wird die Europäer nicht schützen, wenn man nicht entscheidet, eine wahre europäische Armee zu haben gegenüber Russland, das an unseren Grenzen liegt und gezeigt hat, dass es bedrohlich sein kann", sagte Macron dem Sender.

Der 40-Jährige hatte bereits in seiner Sorbonne-Rede zu Europa im September 2017 eine gemeinsame Einsatztruppe und einen gemeinsamen Verteidigungshaushalt der Europäer zu Beginn des kommenden Jahrzehnts gefordert.

Die deutsche Verteidigungsministern Ursula von der Leyen erinnerte daran, dass es für die Verwirklichung der Pläne bereits einen vereinbarten Weg gebe. "Eine europäische Armee muss innerhalb der Europäischen Union aufgestellt werden und nicht außerhalb. Dafür haben wir vor einem Jahr die Europäische Verteidigungsunion geschaffen", sagte sie.

Offener Widerspruch kam vom stellvertretenden AfD-Bundessprecher Georg Pazderski. "Eine europäische Armee ist überflüssig, da wir bereits Mitglied in einem funktionierenden Verteidigungsbündnis, der Nato, sind", teilte er mit.

Im vergangenen Juni hatten sich Frankreich, Deutschland, Großbritannien und sechs weitere EU-Staaten auf eine engere Militärkooperation verständigt. Die sogenannte Interventionsinitiative soll über eine deutlich engere Zusammenarbeit zwischen den Generalstäben zu einer schnelleren militärischen Reaktion in Krisenlagen führen. Eine Interventionstruppe ist damit aber zunächst nicht verbunden.