Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron gefällt der Umgangston von US-Präsident Donald Trump nicht. Die Vereinigten Staaten und Frankreich seien historische Verbündete, "und unter Verbündeten schuldet man sich Respekt", sagte Macron dem Sender TF1, nachdem Trump ihn auf Twitter angegangen war. Dieser hatte nach der Rückkehr von seinem Besuch in Paris anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs geschrieben, Macron leide unter geringen Zustimmungswerten. Zudem kritisierte er die Idee einer europäischen Armee und beschwerte sich über hohe Zölle auf US-Weine in Frankreich.

Auch Macron hatte seine Rede zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges zu einer indirekten, doch unmissverständlichen Kritik an Trump genutzt. "Patriotismus ist das exakte Gegenteil von Nationalismus", sagte er dort. Trump bezeichnet sich selbst als Nationalisten.

Zuvor hatte bereits Frankreichs Regierungssprecher Benjamin Griveaux dem amerikanischen Staatsoberhaupt mangelnden Anstand vorgeworfen. "Gestern war der 13. November. Wir haben der Ermordung von 130 Landsleuten vor drei Jahren in Paris und Saint-Denis gedacht", sagte er zu Journalisten. "Also werde ich auf Englisch antworten: Common decency (allgemeiner Anstand) wäre gut gewesen", fuhr er fort. Frankreich hatte am Dienstag der Opfer der islamistischen Terroranschläge vor drei Jahren gedacht.