Die Zahl der illegal in die EU einreisenden Migrantinnen und Migranten geht zurück. Nach Prognosen der EU-Grenzschutzagentur Frontex gab es zuletzt 2013 so wenig illegale Grenzübertritte. Bis zum Oktober seien es 118.900 Fälle gewesen, etwa ein Drittel wie zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Damit decken sich die Frontex-Zahlen mit Statistiken der Internationalen Organisation für Migration (IOM), die ebenfalls eine sinkende Anzahl von Migrantinnen und Migranten feststellt.

Frontex teilte mit, es kämen vor allem weniger Menschen über die zentrale Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien nach Europa. Im Jahresverlauf sei diese Zahl um 81 Prozent auf 21.600 zurückgegangen. Der Grund hierfür ist der strikte Anti-Immigrationskurs der italienischen Regierung. Italiens Innenminister Matteo Salvini hat Seenotrettungsschiffen mit Flüchtlingen an Bord mehrmals untersagt, italienische Häfen anzulaufen.

Viele Migrantinnen und Migranten kommen stattdessen in Spanien an. Fast 60 Prozent der in die EU eingereisten Migranten kamen den Angaben zufolge im Oktober über die westliche Mittelmeerroute. Zwischen Januar und Oktober waren dies insgesamt 45.900 Menschen gewesen – mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2017. Die meisten Menschen kommen aus Marokko, Guinea und Mali.

Auf der östlichen Mittelmeerroute über die Türkei sei die Zahl illegaler Grenzübertritte von Januar bis Oktober im Vergleich zu 2017 um 37 Prozent auf 47.100 angestiegen – viele Fälle würden dabei bereits an der Landgrenze zur Türkei registriert. Die größte Gruppe sind dabei Geflüchtete aus Syrien und dem Irak.