Die US-Regierung stellt sich weiterhin gegen das Projekt einer Unterwassergasleitung von Russland nach Deutschland. Der US-Botschafter bei der EU droht inzwischen auch mit Strafen, um die Nord-Stream-2-Pipeline zu stoppen. "Wir haben noch nicht alle Instrumente eingesetzt, die das Projekt ernsthaft untergraben oder stoppen könnten", sagte Gordon Sondland in Brüssel.

Noch hoffe Washington darauf, dass "die Opposition gegen das Projekt organisch wirkt". Europa dürfe sich nicht einseitig von russischem Gas abhängig machen. "Wenn diese Philosophie nicht angenommen wird und Nord Stream weitergeht, dann hat der Präsident (Donald Trump) viele, viele andere Instrumente zur Verfügung, um zu versuchen, das Projekt einzudämmen und zu stoppen", sagte Sondland.

Umkämpfte Wege

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Der Botschafter bestritt, dass hinter der Drohung das Interesse der USA stehe, selbst Flüssiggas in Europa zu verkaufen. Laut Sondland sei die Abhängigkeit vom russischen Gas für Europa geopolitisch falsch. "Wir wollen nicht, dass jemandem mitten im Winter das Gas abgedreht wird, wenn eine politische Krise ausbricht." Zudem träfe es auch die USA, wenn Europas Energieversorgung verletzlich sei. "So stark ist die transatlantische Beziehung: Wir sind wie siamesische Zwillinge", sagte Sondland.

Der Bau der Gasleitung Nord Stream 2 durch die Ostsee hat bereits begonnen und soll Ende 2019 fertig sein. Trump hatte bereits im Sommer dagegen protestiert. Deutschland unterstützt das Projekt. Die EU-Kommission und mehrere EU-Staaten sehen es kritisch.