Die USA haben im Zusammenhang mit der Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi Sanktionen gegen 17 saudische Staatsbürger verhängt. Darunter sind der saudische Generalkonsul in Istanbul, Mohammed al-Otaibi, und die Angehörigen eines Teams, das für den Tod Khashoggis in der diplomatischen Vertretung verantwortlich gemacht wird, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Alle 17 seien in die "abscheuliche Ermordung" verwickelt. "Diese Personen, die einen Journalisten, der in den Vereinigten Staaten lebte und arbeitete, angriffen und brutal töteten, müssen für ihre Taten die Folgen tragen", sagte Finanzminister Steven Mnuchin.

Khashoggi war unter ungeklärten Umständen bei einem Besuch des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober verschwunden. Erst nach längerem Zögern räumte Saudi-Arabien ein, dass der Journalist getötet worden sei, und leitete Ermittlungen ein. Sein Leichnam blieb jedoch verschwunden.

Der prominenteste von den Sanktionen Betroffene ist Saud bin Abdullah al-Kahtani. Er war für Medienangelegenheiten am Königshof zuständig und wurde in der Nacht entlassen, in der der Tod Khashoggis eingeräumt wurde. Al-Kahtani gilt als enger Vertrauter von Kronprinz Mohammed bin Salman. Das Finanzministerium teilte mit, die Operation zur Tötung Khashoggis sei von Al-Kahtanis Untergebenem Maher Mutreb koordiniert und ausgeführt worden. Involviert sei außerdem ein Team von 14 weiteren Saudis gewesen.

Der Besitz der Betroffenen in den USA wird nun eingefroren. US-Staatsbürger dürfen mit ihnen außerdem keine Geschäfte mehr machen. Mnuchin forderte die saudische Regierung auf, "angemessene Schritte zu unternehmen, um Angriffe auf politische Dissidenten oder Journalisten zu beenden". Auf US-Präsident Donald Trump war zunehmender Druck ausgeübt worden, im Fall Khashoggi Sanktionen auszusprechen.

Die Staatsanwaltschaft in Saudi-Arabien hatte zuvor ihre Version zu den Todesumständen Khashoggis präsentiert und die Todesstrafe für fünf Tatverdächtige gefordert. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Riad sagte, der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef, General Ahmed al-Assiri, habe den Einsatz angeordnet, um Khashoggi notfalls mit Gewalt nach Saudi-Arabien zu bringen. Kronprinz Mohammed bin Salman habe jedoch keine Kenntnis davon gehabt. Die Türkei äußerte Zweifel an der Version.

Die Anklagebehörde sprach mit ihren Erklärungen den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman de facto vom international vielfach vorgebrachten Verdacht frei, die Ermordung des Journalisten angeordnet zu haben. Auch in der Mitteilung des US-Finanzministeriums wird keinerlei Bezug auf den Thronfolger genommen.