Etwa eine Woche nach dem Ausbruch der verheerenden Waldbrände in Kalifornien ist US-Präsident Donald Trump in die betroffenen Brandgebiete gereist, um sich ein Bild von den Zerstörungen zu machen. Empfangen wurde Trump vom scheidenden demokratischen Gouverneur Jerry Brown und dessen designierten Nachfolger Gavin Newsom.

Trump besuchte zuerst die Gegend um den besonders heftig betroffenen Ort Paradise im Norden des Bundesstaates. Dort besichtigte er gemeinsam mit der Bürgermeisterin der Gemeinde, Jody Jones, einen fast völlig zerstörten Wohnwagenpark. Aufnahmen zeigten ausgebrannte Autos, verkohlte Öfen und verbrannte Häuser. "Das ist sehr traurig mit anzusehen", sagte Trump zum Ausmaß der Schäden. Er dankte den Rettungskräften und sagte Kalifornien die Unterstützung der Regierung in Washington zu.

Die Stadt Paradise sowie nahe gelegene Gemeinden sind vom sogenannten Camp Fire, das sich am 8. November entzündet hatte, fast vollständig zerstört worden. Mindestens 71 Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen gestorben. Der Brand hat etwa 600 Quadratkilometer zerstört, bis zum jetzigen Zeitpunkt konnten Einsatzkräfte die Flammen etwa zur Hälfte eindämmen. Auch im Woolsey Fire nahe Los Angeles kamen laut US-Medienberichten insgesamt drei Menschen ums Leben. 

Im Anschluss an seinen Besuch in Paradise reiste Trump weiter in eine Einsatzzentrale in Chico. Dort lobte er erneut die Arbeit der Rettungskräfte. Diese würden "wie verrückt" gegen die Brände kämpfen. Es sei eine "totale Verwüstung". 

"Das große Problem ist Management"

Vor seinem Besuch hatte sich Trump mehrfach kritisch über das kalifornische Forstmanagement geäußert. Zudem hatte er der kalifornischen Regierung eine Mitschuld an der raschen Ausbreitung der Brände gegeben und mit der Streichung von Bundesmitteln gedroht. In einem aufgezeichneten Interview des Senders Fox News hatte Trump außerdem gesagt, dass der Klimawandel ein kleines bisschen zu den Feuern beitrage, aber "das große Problem, das wir haben, ist Management".

Die kalifornischen Behörden hatten Trumps Vorwürfe zurückgewiesen. Kaliforniens Feuerwehrverband hatte in den vergangenen Tagen erklärt, die Brände entstünden und verbreiteten sich nicht nur in Forstgebieten. Zudem seien fast 60 Prozent der kalifornischen Wälder unter Bundeskontrolle und rund ein Drittel in privater Hand. Laut Experten sind die lange Dürre in Kalifornien, verdorrte Vegetation und extreme Winde mit ursächlich für das extreme Ausmaß der Brände. 

Auch Anwohner zeigten sich enttäuscht von Trumps Aussagen. "Als ob wir es mit Absicht getan hätten. Es ist wie ein Schlag ins Gesicht", sagte Maggie Missere-Crowder.

Suche nach Überlebenden geht weiter

Während Trump Kalifornien besuchte, setzten Rettungskräfte ihre Suche nach Überlebenden und Toten fort. Viele der geborgenen Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Nach offiziellen Angaben werden mehr als 1.000 Menschen weiterhin vermisst.

Viele Menschen sind laut Behördenaussagen wegen ausgefallener Mobilfunknetze nicht zu erreichen oder hätten sich noch nicht gemeldet. "Viele Leute sind vom Feuer vertrieben worden, und wir stellen fest, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass wir nach ihnen suchen", zitierte der Sender CNN den Sheriff von Butte County, Kory Honea.

Die Folgen der Katastrophen sind in weiten Teilen Kaliforniens zu spüren. Die Behörden warnten vielerorts vor gefährlicher Rauchbelastung und schlechter Luftqualität. Im Raum San Francisco, rund 250 Kilometer südlich von Paradise, trugen viele Menschen auf den Straßen Schutzmasken. Vor allem älteren Personen, Kranken und Kindern wurde geraten, in ihren Häusern zu bleiben.