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Tilman Steffen
Die Demokraten haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobert. Der Senat bleibt dagegen in der Hand der Republikaner von Präsident Donald Trump.

Die Demokraten kommen im Repräsentantenhaus auf 218 Sitze, 26 mehr als bisher – und haben damit genau eine Stimme Mehrheit. Die Republikaner erhalten demnach nur noch 193 Sitze in der 435 Sitze umfassenden Parlamentskammer. Sie verloren 26.

Die Republikaner verteidigen hingegen ihre Mehrheit im Senat. 51 Sitze sind für die Konservativen bestätigt. Bei den 35 zur Wiederwahl stehenden Senatoren gewannen die Konservativen bislang drei Sitze hinzu.

Damit schließen wir dieses Liveblog.
Matthias Breitinger

In vielen Wahlkreisen hatten sich die Kandidaten der Demokraten und Republikaner ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Die Demokraten gewannen entscheidende Sitze in Pennsylvania, Florida und Minnesota hinzu. Auch in Florida setzte sich die Demokratin Debbie Mucarsel-Powell gegen den amtierenden Abgeordneten Carlos Curbelo von den Republikanern durch. Der moderate Politiker und Kritiker von US-Präsident Donald Trump hatte vergeblich versucht, eine Anti-Trump-Stimmung in seinem Bezirk im Süden Floridas zu zerstreuen.

Der Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus wird das weitere Regieren von Donald Trump zumindest erschweren. Große Gesetzesvorhaben dürfte der Präsident dann kaum noch durch den Kongress bekommen.

Die traditionelle Abstimmung zur Hälfte der Amtszeit eines Präsidenten ist immer auch ein Referendum über dessen Politik. Bei Trump gilt das in besonderer Weise, weil er das Land so stark polarisiert hat.
Demokraten gewinnen Mehrheit im Repräsentantenhaus
Die Demokraten kommen laut US-Medien im Repräsentantenhaus auf 218 Sitze, die Republikaner nur noch auf 193.
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Rieke Havertz
Die Nachrichtenagentur Reuters wirft einen Blick Richtung 2020: Ex-Vizepräsident Joe Biden ist einer Umfrage des Instituts Ipsos zufolge Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bei der Wahl 2020.

29 Prozent der Befragten sprechen sich für ihn aus. Dahinter folgt Senator Bernie Sanders mit 22 Prozent. Er war 2016 im Rennen um die Kandidatur Hillary Clinton unterlegen, die anschließend gegen Donald Trump verlor.

Sowohl Biden als auch Sanders würden laut der Umfrage ein Duell mit Trump für sich entscheiden, würde es heute stattfinden.

Rieke Havertz
Nachdem Donald Trump auf Twitter einen "enormen Erfolg" genannt hat, feiert er sich jetzt noch ein bisschen selbst. Ganz bescheiden zitiert er den konservativen Kommentator Ben Stein. Der Präsident habe etwas "Magisches" an sich und die Republikaner könnten froh sein, ihn zu haben.
Tilman Steffen
In Michigan ist Marihuana jetzt legalisiert. Die Mehrheit stimmte dafür, den Gebrauch zu Freizeitzwecken zu erlauben. Michigan ist damit der erste Staat im Mittleren Westen, in dem es jetzt legal ist, Marihuana zu kaufen und konsumieren, solange man 21 Jahre oder älter ist.

Drei andere US-Staaten stimmten parallel zu den Kongresswahlen über ähnliche Themen ab. Die Wähler in North Dakota sprachen sich gegen die Verwendung zu Freizeitzwecken aus. Missouri billigte Marihuana in der Medizin. In 31 Staaten ist das bereits der Fall.

In der Freizeit ist das – inklusive Michigan – nun in zehn Staaten sowie im Hauptstadtbezirk Washington zulässig.
Rieke Havertz
Was bedeuten diese Wahlen für die USA? Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir in einem FAQ hier für Sie zusammengefasst:
Rieke Havertz
Donald Trump ist der dritte US-Präsident in Folge, der mit einem Rückschlag bei den Midterms umgehen muss.

Die Demokraten verloren 1994 unter Bill Clinton beide Kammern des Kongresses. George W. Bush sah sich ebenfalls einer Opposition im Kongress ausgesetzt, als die Republikaner 2006 die Mehrheiten im Senat und Repräsentantenhaus verloren. Und auch Barack Obama musste ohne Mehrheiten regieren, die Demokraten verloren das Repräsentantenhaus 2010 und den Senat 2014.
Karin Geil
In den USA wurden in der vergangenen Nacht nicht nur sämtliche 435 Sitze des Repräsentantenhauses sowie 35 der 100 Senatsmitglieder neu gewählt, sondern auch in 36 der 50 Bundesstaaten die Gouverneure.

Der demokratische Kandidat Tony Evers setzte sich im Bundesstaat Wisconsin gegen den republikanischen Amtsinhaber Scott Walker durch, der acht Jahre im Amt war.

Aber nicht alle Hoffnungen der Demokraten erfüllten sich. So unterlag im Bundesstaat Florida ihr afroamerikanischer Kandidat Andrew Gillum in einem äußerst engen Rennen dem Republikaner Ron DeSantis, der ein leidenschaftlicher Trump-Unterstützer ist. Präsident Trump hatte den Demokraten als "Sozialisten" bezeichnet und gewarnt: "Gillum wird aus Florida das nächste Venezuela machen!"

In Georgia verlor die demokratische Kandidatin Stacey Abrams knapp gegen den republikanischen Brian Kemp. Abrams regte eine Neuauszählung der Stimmen an.
Rieke Havertz
Die neuen Mehrheitsverhältnisse werden viel Streit und wenig Veränderung produzieren, kommentiert unser Redakteur für internationale Politik, Carsten Luther:
"Im besten Fall wird der Präsident sein Scheitern auf die Blockade des politischen Gegners schieben und seine Anhänger mit allem Schmutz und Schmierentheater auf seine Wiederwahl in 2020 einpeitschen. Im schlimmsten Fall wird er die Grenzen seiner Macht bis aufs Äußerste testen. Eines ist sicher: Trump wird der amerikanischen Demokratie und Gesellschaft weiter schaden. Eine Heilung scheint erst nach seinem Abgang möglich."
Rieke Havertz
Die New York Times lässt ihre Leserinnen und Leser per Emoji abstimmen, wie sie sich am Wahltag fühlen. "Ängstlich", "ärgerlich", "traurig" oder "glücklich" sind darunter,  die als bunte Emojis dargestellt in einer Livegrafik über eine US-Karte fliegen.
Karin Geil
Die letzten Wahllokale sind geschlossen. Noch bis 20.00 Uhr Ortszeit (6.00 MEZ) konnten die Wählerinnen und Wähler in den westlichsten Landesteilen wie in Alaska oder auf Hawaii ihre Stimmen abgeben.
Bild: Marco Garcia/AP
Damit erstreckte sich die Wahl über 18 Stunden hinweg – den vielen Zeitzonen in den USA sei Dank. Und: Das Ergebnis stand schon fest, als manche im Westen des Landes ihre Stimme noch gar nicht abgegeben wurde.
Rieke Havertz
Mit "Speaker, speaker"-Sprechchören wird Nancy Pelosi, bisher Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, empfangen, als sie in Washington vor die Kameras tritt. "Morgen wird ein neuer Tag in Amerika anbrechen", sagte sie zu Wahlkampfhelfern, Mitarbeiterinnen und Spendern. Sie alle hätten dafür gesorgt, die Wählerinnen und Wähler für die Demokraten zu mobilisieren. "Danke an alle, die die Zukunft für alle unsere amerikanischen Kinder besser gemacht haben."
Pelosi – vermutlich die künftige Vorsitzende des Repräsentantenhauses – kündigte eine stärkere Kontrolle der Regierung an. "Es geht heute um mehr als nur Demokraten und Republikaner. Es geht um die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Kontrolle", sagte sie und gab sich zugleich versöhnlich: "Die Amerikaner wollen Frieden. Sie wollen Ergebnisse." Ihre Demokraten würden "auf Lösungen hinarbeiten, die uns zusammenbringen, weil wir alle genug von Spaltung haben".
Inzwischen hat ihr Donald Trump telefonisch zum Erfolg gratuliert. Laut seiner Sprecherin Sarah Sanders hat der Präsident eine Reihe von Anrufen getätigt, noch während er die Wahlergebnisse verfolgt hat. Pelosis Sprecher Drew Hammill ergänzte, Trump habe Pelosi nicht nur gratuliert, sondern sie auch auf ihre Überparteilichkeit hingewiesen.
Pelosi wird wohl wieder den Vorsitz im Repräsentantenhaus anstreben. Als erste Frau in der Geschichte des Landes war die 78-Jährige von 2007 bis 2011 schon einmal Mehrheitsführerin. Es gilt allerdings nicht als sicher, dass Pelosi, die innerhalb ihrer Partei nicht unumstritten ist, auf jeden Fall Mehrheitsführerin der Demokraten wird. Mehrere Abgeordnete hatten bereits vor der Wahl gesagt, dass sie Pelosi nicht als Chefin ihrer Fraktion unterstützen würden.