Die Kongresswahlen in den USA sind entschieden: Die Demokraten haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückerobert, die Republikaner halten ihre Mehrheit im Senat. Je nach Bevölkerungsgruppe unterscheidet sich die Zustimmung für die Politik der zwei Parteien aber stark. Diese fünf Grafiken zeigen, wer eher demokratisch und wer eher republikanisch wählte.

Schon bei den letzten US-Wahlen wählten junge Amerikaner eher die Demokraten. Das zeigt sich auch bei den Kongresswahlen 2018: Nur jeder dritte unter 30-Jährige gab seine Stimme an republikanische Kandidaten. Bei den über 50-Jährigen ist das Verhältnis dagegen nahezu ausgeglichen. Anders als bei vergangenen Kongresswahlen war die Wahlbeteiligung unter den jüngeren US-Bürgern auch deutlich höher. Das legen zumindest die Nachwahlbefragungen nahe, die der amerikanische Fernsehsender CNN durchgeführt hat. Hier scheint die Mobilisierung der Demokraten funktioniert zu haben.

Alle ethnischen Minderheiten in den USA haben mit großer Mehrheit Demokraten ihre Stimme gegeben. Unter den Afroamerikanern waren es sogar 90 Prozent. Die afroamerikanischen Kandidaten von den Demokraten, Andrew Gillum in Florida und Stacey Abrams in Georgia, konnten aber dennoch nicht gewinnen. Unter den Hispanics waren es immerhin noch 69 Prozent, die demokratisch gewählt haben. In der Vergangenheit neigten Letztere eher den Republikanern zu.

Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump ist besonders für Besserverdiener und Reiche vorteilhaft. Das schlägt sich auch im Wahlverhalten nieder: Während einkommensstarke US-Bürger mehrheitlich die Republikaner wählten, stimmten einkommensschwächere Gruppen eher für die Demokraten. Viele Demokraten setzen sich für einen Mindestlohn ein, im demokratisch regierten New York gilt ab dem 1. Januar 2019 ein Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde – der höchste Mindestlohn weltweit.

Der Zusammenhang von Bildung und Wahlverhalten ist besonders bemerkenswert, wenn man ihn mit der ethnischen Gruppe zusammen darstellt: Weiße ohne Hochschulabschluss wählen besonders häufig die Republikaner. Mit Hochschulabschluss tendieren sie dagegen zu den Demokraten. Dagegen sind nicht-weiße Wähler unabhängig von ihrem Bildungsabschluss stark den Demokraten zugeneigt.

Gerade die Beliebtheit Trumps in ländlichen Gebieten habe den Republikanern zum Gewinn des Senats verholfen, kommentiert Sheryl Gay Stolberg in der New York Times. Die Nachwahlbefragungen bestätigen das: Die Republikaner sind auf dem Land beliebt, Städter wählen dagegen stärker demokratisch. Damit ist die gesellschaftliche Spaltung der USA auch eine geografische.