Die US-Republikaner um Präsident Donald Trump haben laut US-Medien eine Stichwahl in Mississippi gewonnen und damit ihre Mehrheit im Senat in Washington ausgebaut. Die umstrittene Kandidatin der Konservativen, Cindy Hyde-Smith, setzte sich am Dienstagabend (Ortszeit) gegen den afroamerikanischen Demokraten Mike Espy durch, wie die Sender NBC News und Fox News berichteten. Damit haben die Republikaner im Senat künftig 53 Sitze und die Demokraten 47.

Hyde-Smith hatte im Wahlkampf eine Bemerkung gemacht, die viele Beobachter als rassistisch werteten. Vor Kurzem machte ein Video die Runde, das zeigt, wie sie in der Stadt Tupelo von einem weißen Viehzüchter einer Gruppe Weißer vorgestellt wird. Hyde-Smith dankte ihm mit der Erwiderung: "Wenn er mich zu einer öffentlichen Erhängung einladen würde, wäre ich in der ersten Reihe." 

Die ebenfalls weiße Hyde-Smith löste damit einen Aufschrei aus, zumal ihr Spruch viele an die Geschichte rassistisch motivierter Gewalt in dem Südstaat erinnerte. Später entschuldigte sie sich für die Äußerung. Laut der Bürgerrechtsorganisation NAACP wurden von den 1880er-Jahren bis weit in die 1960er-Jahre in den USA Tausende Lynchmorde verübt, die meisten Opfer war schwarz. In Mississippi wurden viele Menschen gehängt.

Hilfe vom Präsidenten

Hyde-Smith, die als große Unterstützerin Trumps gilt, ist die erste Frau, die in Mississippi in den Senat in Washington gewählt wurde. Der US-Präsident war am Montag in den südlichen Bundesstaat geflogen, um Wahlkampf für sie zu machen.

Bei den Kongresswahlen am 6. November kandidierten insgesamt vier Bewerber. Keiner kam auf die notwendige Mehrheit, weswegen es nun zur Stichwahl kam. Die 59-Jährige hatte den Sitz bereits kommissarisch seit April inne. Der Gouverneur des Bundesstaates, Phil Bryant, ernannte sie für den Posten, weil der bisherige Amtsinhaber Thad Cochran aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

Trumps Republikaner hatten bei den Wahlen ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an die Demokraten verloren, ihre Kontrolle im Senat aber verteidigen können. Die Kammer ist unter anderem für Personalentscheidungen verantwortlich. Wenn Trump einen Minister oder Botschafter ernennt, muss dieser vom Senat bestätigt werden. Im Repräsentantenhaus wiederum haben die Demokraten nach dem derzeitigen Stand eine Mehrheit von 39 Sitzen. Eine Entscheidung ist noch offen.