Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatschef Emmanuel Macron haben die Wahlen in den Rebellengebieten in der Ostukraine als illegitim verurteilt. Nach einem Treffen in Paris mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko teilten sie mit, die "sogenannten Wahlen" untergrüben die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine.

Merkel und Macron erinnerten an die Verantwortung aller Seiten des Ukraine-Konflikts, den Waffenstillstand zu respektieren, den Abzug schwerer Waffen voranzutreiben und die Minsker Abkommen vollständig umzusetzen. Sie sprachen sich zudem ausdrücklich für den Austausch Inhaftierter und die Freilassung von politischen Gefangenen aus. 

Schon vor der Wahl hatten die USA und die EU angekündigt, die Ergebnisse in den von Kiew abtrünnigen Gebieten nicht anzuerkennen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini bezeichnete die Abstimmungen als "illegal und unrechtmäßig", der US-Sondergesandte Kurt Volker sprach von einer "Farce". Die deutsche Bundesregierung hatte die Separatisten aufgerufen, auf die Wahlen zu verzichten. Die ukrainische Regierung in Kiew nannte sie Scheinwahlen. In Russland wurden die Wahlen hingegen als legal dargestellt: Sie verstießen nicht gegen die Vereinbarung von Minsk, hieß es aus dem Kreml.

Im Osten der Ukraine hatten am Sonntag prorussische Separatisten zur Wahl von Parlamenten und Präsidenten aufgerufen. In Luhansk und Donezk waren Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Es sei zu erwarten, dass Leonid Pasetschnik, der Regierungschef der selbsternannten Volksrepublik Luhansk, und Denis Puschilin, der der international ebenfalls nicht anerkannten Volksrepublik Donezk vorsteht, im Amt bestätigt werden.

"Wir können nicht nur Krieg führen"

Die Wahlbeteiligung bei der Abstimmung über die Chefs der selbsternannten Volksrepubliken lag nach Angaben der Rebellen jeweils über 70 Prozent. In den Regionen leben rund 3,7 Millionen Menschen. In Donezk sagte Puschilin nach der Wahl: "Wir haben der ganzen Welt gezeigt, dass wir nicht nur Krieg führen können, sondern auch einen Staat aufbauen." Nach Auszählung von rund einem Drittel der Stimmen war davon auszugehen, dass Pasetschnik und Puschilin im Amt bleiben.

Im Frühjahr 2014 haben sich die Verwaltungsgebiete Donezk und Luhansk von der Regierung der Ukraine losgesagt. Seitdem kämpfen in der Ostukraine ukrainische Regierungstruppen gegen prorussische Rebellen, die von der Regierung in Moskau unterstützt werden. Nach UN-Zählungen wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet.