Die tödlichen Unruhen in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince dauern an. Am Freitag lieferten sich Tausende Gegnern von Präsident Jovenel Moïse Straßenschlachten mit der Polizei. Die Zahl der Toten bei den seit sechs Tagen anhaltenden Protesten stieg nach Informationen der Nachrichtenagentur AP auf mindestens elf.

Beamte feuerten Tränengas in die Menge, während Demonstranten mit Steinen warfen und versuchten, Geschäfte zu plündern. Eine Gruppe schleuderte überdies Molotowcocktails auf eine Tankstelle, doch konnten die Flammen rasch gelöscht werden.

Sechs Menschen wurden bereits am Mittwoch getötet, als der Fahrer eines Wagen der Regierung laut Polizei die Kontrolle verlor und eine Menge erfasste. Schulen und die meisten Amtsstuben bleiben geschlossen.

Die Demonstranten werfen Staatspräsident Moïse vor, die Justiz wegen Korruptionsvorwürfen in der Vorgängerregierung ermitteln zu lassen. Im Zentrum steht dabei das von Venezuela bezuschusste Energieprogramm Petrocaribe. Moïse lehnt einen Rücktritt ab.