Mehrere US-amerikanische Medien haben einen umstrittenen Wahlkampfspot von US-Präsident Donald Tump aus dem Programm genommen. Neben Sendern wie NBC und CNN teilte auch der konservative Sender Fox mit, das Video nicht mehr zu zeigen. Der Fernsehspot ist in mehreren Versionen im Internet zu finden.

Der Videoclip warnt die US-Amerikaner vor angeblich kriminellen Einwanderern, denen die Gesetze der Vereinigten Staaten gleichgültig seien. Als Beleg dafür zeigt der Film Aufnahmen von Luis Bracamontes, einem illegal in die USA eingewanderten Mexikaner, der wegen des Mordes an zwei Polizisten in Kalifornien zum Tode verurteilt wurde. Der Werbespot zitiert ihn mit den Worten: "Das Einzige, was ich bereue, ist, dass ich nur zwei getötet habe." In die Kamera sagt er lachend, er werde bald aus dem Gefängnis ausbrechen und noch mehr Polizisten töten. Am Ende ist die Stimme des US-Präsidenten zu hören: "Ich bin Donald Trump und ich habe diese Mitteilung freigegeben."

Im Video werden die Demokraten als Schuldige benannt. Sie hätten den Mann ins Land gelassen, lautet der Vorwurf, ohne Belege dafür zu nennen. Anschließend sind noch Menschenmassen zu sehen, die an einem Zaun rütteln, um ihn offenbar niederzureißen. Der Clip ist mit dramatischer Musik untermalt und fordert die Bevölkerung auf, bei den Kongresswahlen republikanisch zu wählen. "Es ist empörend, was die Demokraten mit unserem Land machen", kommentierte Trump den Spot auf Twitter.

Fox will den Spot prüfen

CNN teilte mit, die Wahlwerbung sei rassistisch. NBC zeigte sie am Sonntag noch bei ihrer Sendung Sunday Night Football, die üblicherweise von rund 20 Millionen Menschen gesehen wird. Nun teilte auch NBC mit, dass die Werbung unangemessen sei und deshalb nicht mehr gezeigt wird.

Laut einer Erklärung von Fox wird der Spot zur weiteren Prüfung auch bei dem konservativen Sender aus dem Programm genommen. Facebook teilte mit, es sei ein Fehler gewesen, ihn zu erlauben. Nutzerinnen und Nutzer konnten ihn aber weiterhin auf ihrem Profil posten.

Trump empfindet Journalistenfragen als beleidigend

Auf die Frage, ob er den Spot als beleidigend empfinde, sagte Trump zu Journalisten: "Viele Dinge sind beleidigend. Ihre Fragen sind oft auch beleidigend."

Trumps Wahlkampfsprecher Brad Parscale twitterte, NBC News, CNN und Facebook hätten sich auf die Seite jener geschlagen, die illegal in den USA seien. Fox News erwähnte er nicht.