Die Türkei und die USA haben ihre Sanktionen gegen Minister des jeweils anderen Landes aufgehoben. Das teilte das türkische Außenministerium mit. Während das US-Finanzministerium entschieden habe, die Sanktionen gegen den Justizminister Abdülhamit Gül und Innenminister Süleyman Soylu aufzuheben, habe das türkische Außenministerium die Strafmaßnahmen gegen Justizminister Jeff Sessions und die Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen aufgehoben.

Durch die Sanktionen waren die Vermögen der türkischen Kabinettsmitglieder in den USA eingefroren, zudem durften Amerikaner keine Geschäfte mit ihnen abschließen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte daraufhin ebenfalls angekündigt, mögliche Vermögen der US-Minister in der Türkei einzufrieren. Es ist allerdings unklar, ob sie dort überhaupt Geld angelegt haben. Den US-Ministern soll zudem die Einreise in die Türkei verboten worden sein.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte bereits kurz nach der Freilassung des evangelikalen Geistlichen Andrew Brunson Mitte Oktober angedeutet, die Sanktionen zu überdenken. Ein Gericht in Aliağa bei İzmir hatte den Hausarrest und die Ausreisesperre gegen Brunson aufgehoben. Am selben Tag reiste der Pastor aus der Türkei aus, wo er seit 1993 und damit die Hälfte seines Lebens gelebt hatte. US-Präsident Donald Trump empfing den Geistlichen im Weißen Haus und betonte, seine Freilassung sei ein "gewaltiger Schritt", um die Beziehungen zur Regierung in Ankara zu verbessern. Gleichzeitig sagte Trump, dass es keinen Deal mit Zugeständnissen seitens der USA gegeben habe.

Die Inhaftierung des US-Pastors vor zwei Jahren hatte zu einer schweren Krise in den Beziehungen zwischen den USA und der Türkei geführt. Brunson saß seit Oktober 2016 in türkischer Untersuchungshaft und später im Hausarrest. Die türkischen Behörden warfen ihm Unterstützung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Gülen-Bewegung vor. Der Pastor wies die Vorwürfe stets zurück und beteuerte seine Unschuld. Die türkische Regierung macht die Bewegung Fethullah Gülens, der in den USA lebt, für den Putschversuch im Sommer 2016 verantwortlich. 

Wegen des Streits über Brunson hatte die US-Regierung neben den Sanktionen gegen die türkischen Minister die Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der Türkei verdoppelt. Die türkische Regierung reagierte mit gleichen Maßnahmen. Diese Sanktionen bestehen weiterhin. Der Streit führte zum Einbruch der türkischen Lira, was eine Wirtschaftskrise in der Türkei auslöste.