Die US-Regierung will laut Präsident Donald Trump in den kommenden Tagen die Verantwortlichen für den gewaltsamen Tod des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi identifizieren. Ein "vollständiger Bericht" darüber, "wer es getan hat", werde am Montag oder Dienstag zum Abschluss gebracht, sagte Trump.

Am Freitag hatten die Washington Post und die New York Times berichtet, der US-Geheimdienst CIA gehe davon aus, dass Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher, Kronprinz Mohammed bin Salman, Khashoggis Ermordung in Auftrag gegeben hätte. US-Präsident Donald Trump telefonierte am Samstag mit CIA-Chefin Gina Haspel und Außenminister Mike Pompeo, wie seine Sprecherin Sarah Sanders mitteilte.

Vor Trumps Äußerung hatte die US-Außenamtssprecherin Heather Nauert zu den Berichten gesagt, die US-Regierung habe in dem Fall noch keine "definitive Schlussfolgerung" gezogen. Zahlreiche Fragen seien noch offen. Die US-Regierung arbeite daher weiter mit anderen Staaten zusammen, um die Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. Derweil werde "die bedeutende strategische Beziehung zwischen den USA und Saudi-Arabien" aufrechterhalten.

Auch Trump hatte am Samstag die Bedeutung der Beziehungen zu der Regierung in Riad hervorgehoben. Saudi-Arabien sei ein "wirklich spektakulärer Verbündeter", der seinem Land "viele Jobs" und "wirtschaftliche Entwicklung" gebracht habe, sagte er. Als US-Präsident müsse er "viele Dinge berücksichtigen".

Khashoggi, der zuletzt als Kolumnist für die Washington Post gearbeitet hatte, war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er Saudi-Arabiens Konsulat in Istanbul betreten hatte. Nach wochenlangen Dementis hatte Saudi-Arabien unter internationalem Druck schließlich zugegeben, dass Khashoggi in dem Konsulat zu Tode kam, dies jedoch zunächst als Folge eines Streits dargestellt. Erst später gab die Regierung in Riad indirekt zu, dass Khashoggi von Agenten des Königreichs vorsätzlich getötet wurde.