Nord- und Südkorea haben als Teil ihrer Friedensbemühung zahlreiche Wachposten entlang ihrer Grenze geräumt. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul bestätigte, hat Südkorea elf Posten im Grenzgebiet demilitarisiert und alle Soldaten und Waffen abgezogen. Das Ministerium gehe davon aus, dass Nordkorea ebenfalls elf Einrichtungen zur Grenzsicherung geschlossen habe. Südkorea habe auch schon damit begonnen, die verlassenen Posten abzubauen. 

Der Schritt ist Teil eines Militärabkommens, das die Verteidigungsminister beider Länder im September unterzeichnet hatten. Die Aufgabe der Grenzposten gilt als Vertrauenstest: Im Dezember soll geprüft werden, ob beide Staaten sich an die Abmachung gehalten haben. Ist dies der Fall, sollen sämtliche bewaffnete Posten in der Pufferzone abgebaut werden. In den vergangenen Wochen hatten beide Staaten bereits alle Landminen aus der Grenzregion entfernt. 

Soldaten, Maschinengewehre, Stacheldraht

Südkorea verfügt Berichten zufolge über etwa 60 Wachposten im Grenzgebiet: Es soll sich um bunkerartige Betonbauwerke handeln, die mit Soldaten mit Maschinengewehren bemannt und von Stacheldrahtzaun umgeben sind. Es wird vermutet, dass Nordkorea über etwa 160 Wachposten in der 248 Kilometer langen Grenzzone verfügt.

Nach Jahrzehnten der Spannungen hatten Nord- und Südkoreas Präsidenten im April eine Aussöhnung zwischen den beiden Staaten vereinbart. Damals unterzeichneten sie eine gemeinsame Erklärung, die eine "neue Ära des Friedens" einläuten sollte.