In Prag haben Tausende Menschen gegen den unter Betrugsverdacht stehenden tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš protestiert. Zu der Demonstration kam es, nachdem neue Vorwürfe gegen den umstrittenen Politiker bekannt geworden waren. Babiš' Sohn wirft seinem Vater vor, ihn gegen seinen Willen außer Landes gebracht zu haben, um Ermittlungen wegen mutmaßlichen Subventionsbetrugs zu behindern.

Dem Milliardär und früheren Unternehmer wird vorgeworfen, im Jahr 2007 mit seinem Konzern Agrofert unrechtmäßig EU-Subventionen in Millionenhöhe eingestrichen zu haben. Sein 35-jähriger Sohn Andrej Babiš jr. sagte nun tschechischen Medien, Mitarbeiter seines Vaters hätten ihn gegen seinen Willen auf die Halbinsel Krim gebracht. Damit solle verhindert werden, dass er von der tschechischen Polizei zu den Betrugsvorwürfen befragt werde.

Der Ministerpräsident wies die Vorwürfe seines Sohnes zurück. Er sagte, sein Sohn sei geisteskrank und leide an Schizophrenie. Andrej Babiš jr. bezeichnet das als Lüge.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe haben sich die tschechischen Oppositionsparteien zusammengeschlossen, um ein Misstrauensvotum gegen den Regierungschef anzustreben. Beobachterinnen halten es aber für unwahrscheinlich, dass die Opposition dabei erfolgreich sein wird.