Ukraine-Konflikt - Trump erwägt Absage von Treffen mit Putin US-Präsident Donald Trump hat das jüngste Vorgehen Russlands im Ukraine-Konflikt kritisiert. Er drohte, ein Treffen mit Wladimir Putin beim G20-Gipfel abzusagen. © Foto: Jonathan Ernst/Reuters

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich immer weiter zu. US-Präsident Donald Trump erwägt deshalb, sein geplantes Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels abzusagen. Er erwarte einen umfassenden Bericht seines Sicherheitsteams zu der Beschlagnahmung von ukrainischen Marinebooten durch Russland, sagte Trump der Washington Post. Dieser werde entscheidend sein.

"Vielleicht wird es dieses Treffen nicht geben. Mir gefällt diese Aggression nicht. Ich will diese Aggression ganz und gar nicht", sagte Trump. Noch am Montag hatte der US-Präsident davor zurückgeschreckt, direkte Kritik an Russland zu üben. 

Am Rande des G20-Gipfels, der am Freitag und Samstag in Buenos Aires stattfindet, ist ein längeres Treffen von Trump und Putin geplant. Dabei soll es um Sicherheitsfragen, Rüstungskontrolle, den Nahen Osten und die Ukraine gehen, wie der Sicherheitsberater von Trump, John Bolton, bekannt gab.

Der seit Jahren schwelende Konflikt um die von Russland annektierte Halbinsel Krim war am Sonntag in der Straße von Kertsch eskaliert. Dort verwehrte Russland mithilfe eines Frachtschiffs drei ukrainischen Marinebooten die Einfahrt ins Asowsche Meer. Russische Grenzschutzboote beschossen die ukrainischen Schiffe und verletzten dabei mehrere Matrosen. Dann beschlagnahmten sie die Boote und brachten sie mit ihren Besatzungen in den Hafen von Kertsch.

Im Rahmen des Gipfels will Trump auch mit Kanzlerin Angela Merkel zusammentreffen. Dabei dürfte es vor allem um die Handelspolitik gehen. Der EU drohen die USA mit Zöllen auf Autoeinfuhren. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche unter Berufung auf EU-Quellen könnte es schon in der Woche nach dem Gipfel zu neuen Zöllen kommen.