Das ukrainische Parlament in Kiew © Valentyn Ogirenko/Reuters

Russland hat mehrere Hundert Ukrainerinnen und Ukrainer aus Politik und Wirtschaft mit Sanktionen belegt. Auf einer Liste, die die Regierung in Moskau veröffentlichte, finden sich 322 Personen und 68 Firmen, vor allem aus der Chemiebranche. Falls die Einzelpersonen Vermögen in Russland besäßen, solle dieses Vermögen eingefroren werden. Unternehmen, die Handelsbeziehungen zu Russland haben, seien nicht betroffen.

Unter den Personen auf der russischen Sperrliste finden sich mehrere Mitglieder der ukrainischen Regierung: der Innenminister Arsen Awakow, der Verteidigungsminister Stepan Poltorak, die Bildungsministerin Lilija Grinewitsch, die stellvertretende Regierungschefin Iwanna Klympusch-Zynzadse und der Parlamentschef Andrij Parubij. Der ehemalige Regierungschef der Ukraine, Arsenij Jazenjuk, und die Ex-Ministerpräsidentin Julija Timoschenko, die als aussichtsreiche Kandidatin für die Präsidentschaftswahl im März 2019 gilt, sind ebenfalls betroffen. 

Auch gegen Alexej Poroschenko, Sohn des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, verhängte Russland die Strafmaßnahme. Der Staatschef selbst, Ministerpräsident Wolodymyr Hrojsman und Außenminister Pawel Klimkin sind dagegen von den Sanktionen ausgenommen.

Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte die Sanktionen im Oktober an und begründete sie mit "unfreundlichen Maßnahmen der Ukraine". Im Jahr 2014 hat Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Seitdem unterstützt Moskau prorussische Separatisten in der Ostukraine, auch militärisch. Die Regierung der Ukraine reagierte mit Einreiseverboten und Wirtschaftssanktionen.