Ukraine-Konflikt - Merkel mahnt Russland und Ukraine zur Besonnenheit Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine gebe es keine militärische Lösung, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. © Foto: Getty Images

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine freie Zufahrt zum Asowschen Meer und zur ukrainischen Stadt Mariupol gefordert. Sie werde das Thema beim G20-Gipfel in Argentinien mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin ansprechen, sagte Merkel bei der Eröffnung des deutsch-ukrainischen Wirtschaftsforums in Berlin. Eine Lösung des Konflikts werde es aber nur im Gespräch geben. "Es gibt keine militärische Lösung." 

An die Ukraine richtete sie die Bitte, "klug zu sein". Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte Deutschland und die Nato zuvor um militärische Unterstützung im Konflikt seines Landes mit Russland gebeten. Dabei setzte Poroschenko insbesondere auf die Hilfe Merkels. "Im Jahr 2015 hat sie durch ihre Verhandlungen in Minsk schon einmal unser Land gerettet, wir hoffen darauf, dass sie uns zusammen mit unseren anderen Alliierten noch einmal so sehr unterstützt", begründete er seine Erwartungen an Merkel. Sie hat sich bereits in den Konflikt eingeschaltet und erst mit Poroschenko und dann mit dem Putin telefoniert. Russland bezeichnete die Bitte des ukrainischen Präsidenten um Entsendung von Nato-Schiffen als Provokation.

Die Situation in der Ukraine

von Russland kontrollierte Gebiete

Am Sonntag hatte die russische Küstenwache drei Boote der ukrainischen Marine in der Meerenge von Kertsch vor der Krim aufgebracht. Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden dabei verletzt, insgesamt 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen. Die Ukraine hatte daraufhin das Kriegsrecht verhängt. Merkel sprach sich nachdrücklich dafür aus, die "Dinge ruhig zu halten". Sie sei dafür, "dass wir die Fakten von dem, was passiert ist, auf den Tisch legen, dass vor allem die Soldaten auch freigelassen werden, dass man auch nicht Geständnisse abpresst".

Mit Blick auf die ukrainische Stadt Mariupol, "die auf den Zugang zum Meer angewiesen ist", sagte Merkel, dass "diese Stadt nicht einfach abgeschnitten wird und damit indirekt weitere Teile der Ukraine nicht frei erreichbar sind".

Die Türkei erwägt die Übernahme einer Vermittlerrolle in dem Konflikt. Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte nach Telefonaten mit Putin und Poroschenko, diese Möglichkeit werde mit beiden Seiten diskutiert. Erdoğan kündigte an, auch er werde am Rande des G-20-Gipfels mit Putin und US-Präsident Donald Trump über die Spannungen im Asowschen Meer sprechen.