Der Chef der konservativen Partei Moderaterna, Ulf Kristersson, hat die Wahl zum Ministerpräsidenten im schwedischen Parlament verloren. Damit ist Schweden weiter ohne neue Regierung. Der bisherige Ministerpräsident, der Sozialdemokrat Stefan Löfven, bleibt kommissarisch im Amt. 195 von 349 Abgeordneten stimmten gegen Kristersson. Der konservative Politiker wollte gemeinsam mit den Christdemokraten eine Minderheitsregierung bilden.

Seine Niederlage war erwartet worden. Im Vorfeld hatte Kristersson die Unterstützung seiner beiden traditionellen Partner, der Zentrumspartei und der Liberalen, verloren. Ihr Bündnis hätte im Parlament keine Mehrheit gehabt und wäre auf die Stimmen anderer Parteien angewiesen, zum Beispiel der rechtspopulistischen Schwedendemokraten. Das wollten Liberale und Zentrumspartei nicht. Sie forderten von Kristersson blockübergreifende Verhandlungen auch mit den Sozialdemokraten und Schwedens Grünen. Die Sozialdemokraten lehnten aber ab, eine Mitte-Rechts-Regierung zu unterstützen.

Nach der Wahl am 9. September haben weder das bürgerliche Lager noch das rot-grüne Lager eine Mehrheit im Parlament. Die Schwedendemokraten erhielten 17,5 Prozent der Stimmen.

"Bei dieser Abstimmung geht es nicht um Ulf Kristersson als Ministerpräsidenten, sondern darum, den Schwedendemokraten keinen entscheidenden Einfluss zu geben", sagte die Chefin der Zentrumspartei, Annie Lööf. Sie plädierte für eine blockübergreifende Zusammenarbeit. Beobachter erwarten, dass Lööf als Nächstes den Auftrag bekommt, eine Regierung zu bilden.