US-Präsident Donald Trump hat den Demokraten angeboten, in den kommenden Jahren mit ihnen zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig hob er noch einmal die Erfolge der Republikaner bei den Kongresswahlen hervor und griff die Medien an. Trotz deren "feindlicher Berichterstattung" hätten die Republikaner die Erwartungen übertroffen und es geschafft, die Mehrheit im Senat auszubauen, sagte Trump vor Journalistinnen und Journalisten im Weißen Haus.

Tatsächlich hat der Erfolg der Republikaner bei den Wahlen am Dienstag aber einen Dämpfer erhalten. Sie verloren ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an die Demokraten, die Trump und seinen Anhängern das Regieren künftig schwerer machen dürften. In der Folge ging der US-Präsident auf die politischen Konkurrenten zu.

Trump gratulierte der demokratischen Fraktionschefin Nancy Pelosi dazu, dass ihre Partei die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewonnen hat. Das sei nicht sarkastisch gemeint, sagte der US-Präsident. Pelosi habe hart gekämpft. "Hoffentlich können wir alle im kommenden Jahr zusammenarbeiten."

Insbesondere könne er sich dies im Bereich der Umweltpolitik vorstellen. "Die Umwelt ist sehr wichtig für mich", sagte der US-Präsident. Als weitere Beispiele für eine mögliche überparteiliche Zusammenarbeit nannte Trump ein Infrastrukturpaket, Medikamentenpreise sowie die von ihm angestrebte Mauer an der Grenze zu Mexiko. Letzteres sei sehr wichtig für ihn: "Wir brauchen die Mauer", sagte Trump. Er schloss auch nicht aus, dass es im Streit um die Finanzierung einen Regierungsstillstand geben könnte.

"Amerikanisches Wirtschaftswunder aufrechterhalten"

Trump sprach im Weißen Haus von "Einheit" und einer Überwindung von Parteigrenzen. "Es ist jetzt an der Zeit für Mitglieder beider Parteien, sich zusammenzuschließen, die Parteilichkeit abzulegen und das amerikanische Wirtschaftswunder aufrechtzuerhalten", sagte Trump. Er zeigte sich überzeugt davon, dass dies auch gelingen könne.

Angesprochen darauf, ob er nun in Zukunft einen gemäßigteren Ton anschlagen werde, griff Trump noch einmal die Medien an. Er sei zwar fähig, seinen Ton zu verändern, doch müsse er dann auch fair behandelt werden, sagte der US-Präsident. Mehrfach legte sich Trump während der Pressekonferenz mit Journalisten im Raum an. Er forderte sie auf, sich zu setzen und ruhig zu sein, immer wieder fiel er ihnen ins Wort. Einer Reporterin, die ihn darauf ansprach, dass seine Republikaner weiße Nationalisten unterstützen würden, warf Trump vor, eine "rassistische Frage" zu stellen.

Trump gerät mit CNN-Journalisten in Streit

Donald Trump - US-Präsident beschimpft CNN-Reporter Auf einer Pressekonferenz zu den Kongresswahlen hat sich Donald Trump Wortgefechte mit Journalisten geliefert. "Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person", sagte der Präsident zu CNN-Reporter Jim Acosta. © Foto: REUTERS/Jonathan Ernst

Insbesondere mit einem CNN-Mitarbeiter gab es einen lautstarken Streit. Trump bezeichnete ihn als "unhöfliche, fürchterliche Person", als dieser Fragen zu den laufenden Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller stellte. "Wenn Sie Fake-News in die Welt setzen, was CNN tut, dann sind Sie der Feind des Volkes", sagte Trump.

Zu den Russland-Ermittlungen Muellers sagte der US-Präsident, er könne die Ermittlungen zwar jederzeit stoppen, werde dies aber nicht tun. "Ich könnte sagen, diese Untersuchung ist vorbei", aus politischen Gründen werde er das aber nicht machen, auch wenn alle Anschuldigungen haltlos seien.

Zu Beginn der Rede hob Trump insbesondere die Wahlerfolge jener Kandidaten hervor, die er selbst unterstützt hatte. Im Wahlkampf engagierte sich der US-Präsident für republikanische Kandidaten in Missouri, West Virginia, North Dakota, Florida, Georgia und anderen Staaten, die er bei der Präsidentschaftswahl 2016 für sich entschieden hatte. Mehrere dieser Kandidaten gewannen am Dienstag Sitze im Senat und im Repräsentantenhaus, andere waren noch nicht vollständig ausgezählt.

"Tut mir leid, Mia"

In der Folge zählte Trump auch die Namen einzelner Kandidatinnen und Kandidaten auf, die seine Politik nicht explizit unterstützten. "Sehr schade", sagte Trump mehrfach. Über die Kandidatin Mia Love sagte er beispielsweise, sie habe ihm "keine Liebe gegeben" und verloren. "Tut mir leid, Mia."

Auch zog er einige historische Vergleiche: Bei den US-Kongresswahlen unter seinem Vorgänger Barack Obama hätten dessen Demokraten auch Sitze verloren – weniger, als seine Republikaner bei dieser Wahl, sagte der US-Präsident. Auch dass Republikaner im Senat voraussichtlich drei Sitze hinzubekämen, sei hervorzuheben: Dies sei seit den Zeiten von John F. Kennedy keinem US-Präsidenten mehr bei Kongresswahlen gelungen, sagte Trump.

Der US-Präsident sagte, er wolle auch bei der nächsten Präsidentenwahl 2020 antreten, mit seinem Vize Mike Pence. Dieser habe dem Vorschlag bereits zugestimmt, sagte Trump.

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