US-Regierung - Ivanka Trump soll privates E-Mail Konto dienstlich benutzt haben Die Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, hat womöglich ihre private E-Mail-Adresse für Regierungsgeschäfte genutzt. Die Demokraten fordern eine Untersuchung. © Foto: picture alliance/Andrew Harnik/AP/dpa

Ivanka Trump, Tochter und Beraterin des US-Präsidenten Donald Trump, soll für das Versenden Hunderter Dienstnachrichten ein privates E-Mail-Konto genutzt haben. Die elektronische Post sei für Mitarbeiter im Weißen Haus, Mitglieder des Kabinetts und ihre Assistenten bestimmt gewesen, meldet die Washington Post. Trump habe damit vielfach gegen Regeln verstoßen.

Das Weiße Haus reagierte auf Fragen zu dem Bericht nicht. Ein Sprecher ihres Anwalts, Peter Mirijanian, sagte, dass Ivanka Trump in der Übergangsphase vor dem Amtsantritt der Regierung mitunter ihr privates Mailkonto genutzt habe. Jedoch "fast immer für Logistik und Terminplanung rund um ihre Familie". Dabei seien keine streng vertraulichen Informationen übermittelt worden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Berichte gegeben, wonach mehrere Berater des Präsidenten private E-Mail-Konten nutzten, um Angelegenheiten des Weißen Hauses zu diskutieren – darunter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner. Damals hieß es, Regierungsmitarbeiter hätten die Nutzung der privaten Konten als sporadisch beschrieben. 

Die liberale Watchdog-Organisation American Oversight hatte in der Folge bei mehreren US-Ministerien Anträge nach dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt, um an die E-Mail-Kommunikation von Ivanka Trump zu kommen. Da eine Antwort ausblieb, zog die NGO vor Gericht – und gewann. Die Veröffentlichungen zeigen: Mit insgesamt vier US-Behörden korrespondierte Ivanka Trump über ihre private Mailadresse. Darunter unter anderem Linda McMahon, die Leiterin der für die Förderung von kleinen und mittleren Firmen zuständigen Behörde Small Business Administration. 

"Die Familie des Präsidenten steht nicht über dem Gesetz", sagte Austin Evers, der Exekutivdirektor von American Oversight. Er forderte eine Untersuchung durch den Kongress. 

Donald Trumps Konkurrentin Hillary Clinton wurde vom späteren US-Präsidenten wegen von privaten Servern verschickter E-Mails im Wahlkampf immer wieder attackiert. Er nannte sie "betrügerische Hillary" und sagte, sie gehöre ins Gefängnis.