Bürgerkrieg - Türkei und Russland wollen in Syrien enger kooperieren Nachdem die USA beschlossen haben, ihre Truppen aus Syrien abzuziehen, planen die Türkei und Russland ihre weitere Strategie. Künftig wollen sie enger zusammenarbeiten. © Foto: Khalil Ashawi/Reuters

Nach dem angekündigten Abzug der US-Truppen aus Syrien wollen Russland und die Türkei ihre Einsätze in dem Bürgerkriegsland künftig besser abstimmen. In dem neuen Kontext würden die russische und die türkische Armee verstärkt zusammenarbeiten, sagte Russlands Außenminister Sergei Lawrow nach den ersten gemeinsamen Gesprächen in Moskau. Ziel sei es, "die terroristische Bedrohung in Syrien auszulöschen".

Bei dem Treffen der türkischen und russischen Delegation geht es laut Lawrow vor allem um die Entwicklung in der nördlichen Provinz Idlib. "Wir wollen nun noch einmal über die Demilitarisierung in der Region sprechen", sagte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu. Außerdem solle es um ein Treffen des russischen Staatschefs Wladimir Putin mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gehen.

US-Präsident Donald Trump hatte am 19. Dezember den vollständigen Abzug der US-Armee aus Syrien angekündigt und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) als besiegt erklärt. Die überraschende Ankündigung sorgte nicht nur bei den Verbündeten im Kampf gegen den IS für Kritik, sondern auch in den USA für Unverständnis. So traten nach Trumps Entscheidung der Verteidigungsminister James Mattis und der US-Sondergesandter für den Kampf gegen den IS, Brett McGurk, zurück.

Die USA stehen bislang an der Spitze einer internationalen Koalition, die den IS in Syrien aus der Luft bekämpft. Ihr wichtigster Verbündeter am Boden ist die Kurdenmiliz YPG, die im Nordosten des Landes die Syrischen Demokratischen Kräfte anführt. Sie wird dabei von den US-Truppen unterstützt, die nun abgezogen werden sollen. Die Türkei hatte zuvor gedroht, in das Gebiet einzumarschieren. Russland steht im Syrienkrieg auf der Seite der syrischen Regierung unter Präsident Baschar al-Assad.