Ein Gericht in New York City hat den ehemaligen Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, zu drei Jahren Haft verurteilt.

Cohen hatte sich zu Beginn des Prozesses unter anderem schuldig bekannt, den Kongress bei dessen Russland-Untersuchungen belogen, Steuern hinterzogen und Schweigegeld bezahlt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine "substanzielle Gefängnisstrafe" von etwa vier bis fünf Jahren gefordert. 

Cohen sagte laut CNN vor Gericht: "Ich übernehme die volle Verantwortung für jede Tat, zu der ich mich schuldig bekannt habe: meine persönlichen und diejenigen, an denen der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika beteiligt war." Er habe es immer wieder als seine Pflicht empfunden, "seine schmutzigen Taten zu vertuschen". Laut Washington Post sprach Cohen von "blinder Loyalität" gegenüber dem Präsidenten.

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Der frühere Anwalt hatte unter anderem eingeräumt, den Kongress im Zusammenhang mit einem geplanten, aber nie verwirklichten Bauprojekt Trumps in Moskau angelogen zu haben. Demnach wurde das Projekt noch weit bis in den Wahlkampf 2016 hinein verfolgt – anders als von Cohen ursprünglich angegeben. Zudem sollen Schweigegelder an die Ex-Pornodarstellerin Stormy Daniels und indirekt mindestens an eine weitere Frau während des Wahlkampfes 2016 gezahlt worden sein. Beide Frauen geben an, Affären mit Trump gehabt zu haben. Der Präsident bestreitet das.

Cohen kooperierte mit Mueller

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Cohen in beiden Fällen "in Abstimmung mit und unter Federführung von" Trump gehandelt hat. Die Anklage ist außerdem überzeugt: "Cohen handelte in der Absicht, die Präsidentschaftswahl 2016 zu beeinflussen." Die Staatsanwaltschaft sieht "geheime und illegale" Zahlungen als Wahlkampfhilfen an, weil sie geleistet worden seien, um Trumps Wahlchancen 2016 nicht zu mindern.

Cohen hatte im Zuge des Prozesses mit FBI-Sonderermittler Robert Mueller kooperiert, der untersucht, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen des Trump-Lagers mit Vertretern Russlands gegeben hat. Die Aussagen hatten den Präsidenten noch stärker unter Druck gesetzt.

Cohen galt über Jahre als einer der engsten Mitarbeiter von Trump: 2007 arbeitete der Anwalt direkt in der Trump Organization. Sein Titel: Executive Vice President – der gleiche Titel, den auch Trumps Tochter Ivanka und die Söhne Donald und Eric innehatten. Er sei bereit, für den Präsidenten eine Kugel abzufangen, hatte er im September vergangenen Jahres dem Magazin Vanity Fair gesagt.

Cohen ist nicht der Einzige aus Trumps Umfeld, der im Fokus der Justiz steht. Trumps ehemaliger Kampagnenchef Paul Manafort war im Herbst unter anderem wegen Behinderung der Justiz verurteilt worden. Mehrere andere ehemalige Mitarbeiter von Trump haben sich im Zuge der Mueller-Ermittlungen schon schuldig bekannt – eine Übersicht über alle laufenden und bereits abgeschlossenen Verfahren hat die Washington Post gesammelt. Trump bezeichnete die Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller wiederholt als "Hexenjagd".