USA - Früherer US-Präsident George H. W. Bush ist tot Der Republikaner George H. W. Bush war von 1989 bis 1993 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. © Foto: Gary Cameron/Reuters

Der frühere US-Präsident George Herbert Walker Bush ist tot. Wie sein Sohn George W. Bush, ebenfalls ein früherer US-Präsident, per Twitter mitteilte, seien er und seine Geschwister "betrübt bekanntzugeben, dass unser lieber Vater nach 94 außerordentlichen Jahren gestorben ist". Demnach starb George H. W. Bush am Freitagabend um 22.10 Uhr Ortszeit.

Bushs Tod kommt nur wenige Monate nach dem seiner Frau Barbara im April, mit der er 73 Jahre verheiratet war. Der frühere Präsident hinterlässt fünf Kinder und 17 Enkelkinder. In seiner Twitter-Nachricht schreibt sein Sohn George W. Bush, der Verstorbene sei "der beste Vater gewesen, den ein Sohn oder eine Tochter sich wünschen konnte". Die gesamte Familie sei zutiefst dankbar für dessen Leben. Der zweitälteste Sohn Jeb Bush schrieb auf Twitter, nichts habe seinem Vater mehr Freude bereitet, als anderen zu helfen. 

Der Republikaner Bush war von 1981 bis 1989 Vizepräsident unter Ronald Reagan und anschließend vier Jahre lang Regierungschef in Washington. Dabei profilierte er sich vor allem als entschlussfreudiger Außenpolitiker, der 1990 eine "neue Weltordnung" ausrief und den Irak aus Kuwait vertrieb. Später musste er mit ansehen, wie sein militärisches Eingreifen im Nahen Osten zum Vorboten des Chaos wurde.

Besonderes Profil zeigte er in der turbulenten Zeit des größtenteils friedlichen Zusammenbruchs der Sowjetunion 1989 und nach dem Fall der Berliner Mauer. Er war einer der wenigen westlichen Staatschefs, der sich offen für die Wiedervereinigung aussprach. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zollte ihm dafür großes Lob.

Der hoch dekorierte Kriegspilot und ehemalige CIA-Chef verbrachte nur eine Amtszeit im Weißen Haus. Eine schwache Wirtschaft verhinderte seine Wiederwahl – stattdessen wurde der 22 Jahre jüngere Demokrat Bill Clinton Präsident.

George Herbert Walker Bush war zugleich der angesehene Patriarch einer politischen Dynastie. Sein Sohn George W. Bush verbrachte zwischen 2001 und 2009 zwei Amtszeiten im Weißen Haus und sein Sohn Jeb Bush war Gouverneur im US-Bundesstaat Florida. Zum Zeitpunkt seines Todes war Bush der US-Präsident, der am längsten gelebt hatte. Zuletzt allerdings war er gesundheitlich stark angegriffen. Immer wieder musste er im Krankenhaus behandelt werden, die vergangenen beiden Jahre saß er im Rollstuhl.

In einer ersten Reaktion lobte US-Präsident Donald Trump die "unerschütterliche Führung" des Verstorbenen. Er habe "Generationen von Amerikanern" inspiriert, heißt es in einer Erklärung. Auch Trumps Vorgänger, der demokratische Ex-Präsident Barack Obama, und seine Frau Michelle kondolierten der Familie Bush. Amerika habe einen "Patrioten und bescheidenen Diener" verloren, hieß es in einer Erklärung der beiden. "Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit." Bush habe sein Leben einem Land gewidmet, das er geliebt habe. Er hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, "auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen".