Atomwaffen - USA setzen Russland ein Vertragsultimatum Innerhalb von 60 Tagen soll Russland das sogenannte INF-Abrüstungsabkommen wieder erfüllen. Die USA werden den Vertrag sonst aussetzen, sagte US-Außenminister Mike Pompeo. © Foto: AP Photo/Francisco Seco

Russland hat im Streit über den INF-Abrüstungsvertrag für Mittelstreckenraketen das Ultimatum der USA und die Kritik der Nato zurückgewiesen. Mit dem Schritt der Regierung in Washington eskalierten die Spannungen, hieß es in einer Erklärung des Präsidialamts, in der zugleich Vorwürfe gegen die USA erhoben werden: Die Regierung in Washington manipuliere Fakten, um dann selbst aus dem Vertrag aussteigen zu können.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Dienstag bei einem Treffen der Nato-Ressortchefs erklärt, Russland habe 60 Tage Zeit, das Abkommen doch noch zu erfüllen. Andernfalls würden die USA ihren Rückzug aus dem Abkommen einleiten.

Die Nato-Außenminister stärkten den USA dabei demonstrativ den Rücken. Sie warfen Russland in einer formellen Erklärung einen klaren Verstoß gegen das 1987 zwischen den USA und der Sowjetunion geschlossene Abkommen vor. Insbesondere in Europa wird befürchtet, dass eine Aufkündigung des Vertrags ein neues Wettrüsten auslösen könnte.

Russland und die USA hatten den INF-Vertrag 1987 geschlossen und sich damit verpflichtet, die meisten nuklearen und konventionellen Raketen und Marschflugkörper mit kürzerer und mittlerer Reichweite zu vernichten. Die Zerstörung dieser Waffen wurde gegenseitig kontrolliert.