USA - Verteidigungsminister James Mattis tritt zurück Ende Februar will James Mattis sein Amt als Verteidigungsminister abgeben. Als Grund für seinen Rücktritt nennt der 68-Jährige Meinungsverschiedenheiten mit dem US-Präsidenten Donald Trump. © Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat den Rücktritt seines Verteidigungsministers James Mattis angekündigt. Mattis werde noch bis Ende Februar im Amt sein, schrieb Trump auf Twitter. In Kürze werde ein neuer Pentagonchef ernannt.

Mattis werde "mit Auszeichnung" aus dem Amt scheiden, schrieb Trump. "General Mattis war mir eine große Hilfe dabei, Verbündete und andere Staaten dazu zu bringen, ihren Anteil an militärischen Verpflichtungen zu zahlen."

In einem Brief an Trump nannte Mattis am Donnerstag Meinungsverschiedenheiten als Grund für seinen Rücktritt. Trump verdiene einen Verteidigungsminister, "dessen Meinungen besser mit seinen im Einklang stehen".

Über einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsressorts war schon seit einiger Zeit spekuliert worden. Im September hatten mehrere Zeitungen berichtet, Mattis werde in Kürze aus dem Amt scheiden. Der Journalist Bob Woodward hatte in seinem Enthüllungsbuch Fear geschrieben, Mattis habe sich mehrfach herablassend über Trump geäußert. Mattis hatte die Berichte zurückgewiesen.

Die Rücktrittsankündigung des Verteidigungsministers kommt nur einen Tag nachdem Trump überraschend einen vollständigen Abzug der US-Soldaten aus Syrien angeordnet hatte. Das stieß in den USA, aber auch bei Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" auf viel Unverständnis. Nach Darstellung des Senders CNN und anderer US-Medien hatte Trump den Abzug gegen den ausdrücklichen Rat von Mattis wie auch von Außenminister Mike Pompeo und Sicherheitsberater John Bolton beschlossen. Die USA wollen laut Regierungskreisen auch eine bedeutende Zahl ihrer Truppen aus Afghanistan abziehen. Von den noch rund 14.000 Soldaten könnten laut dem Wall Street Journal mehr als 7.000 zurückgeholt werden.

Demokraten und Republikaner reagieren schockiert

In seinem Rücktrittsschreiben betonte Mattis die Notwendigkeit, für US-Verbündete einzutreten. Das war eine indirekte Kritik an der Syrien-Entscheidung von Trump. "Während die USA die unverzichtbare Nation in der freien Welt bleiben, können wir nicht unsere Interessen schützen oder diese Rolle effektiv ausüben, ohne starke Allianzen aufrechtzuerhalten und diesen Verbündeten Respekt zu zeigen", schrieb Mattis.

Führende Demokraten bezeichneten den Abgang von Mattis als Zäsur, da er in der Trump-Regierung eine Stimme der Vernunft gewesen sei. Auch aus den Reihen der Republikaner war Besorgnis zu hören. Der republikanische Senator Marco Rubio etwa wertete Mattis' Schreiben als Beleg dafür, dass die USA außenpolitisch auf einem gefährlichen Kurs unterwegs seien. Er hoffe, dass Trump überzeugt werden könne, eine andere Richtung einzuschlagen. 

Der Vizevorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Senats, Mark Warner, schrieb auf Twitter, das Ausscheiden von Mattis sei beängstigend. "Minister Mattis ist eine Insel der Stabilität inmitten des Chaos der Trump-Regierung gewesen", twitterte der Demokrat.

Mattis' Rückzug ist nur einer von vielen Personalwechseln in Trumps Kabinett. Zuletzt hatte Trump angekündigt, seinen Stabschef John Kelly und Innenminister Ryan Zinke auszuwechseln. Am aufsehenerregendsten war die angeblich per Twitter erfolgte Entlassung von Außenminister Rex Tillerson im März. Erst im November hatte Trump seinen Justizminister Jeff Sessions zum Rücktritt gedrängt. Frühere Mitarbeiter des Weißen Hauses haben in Insiderberichten von chaotischen Zuständen gesprochen.